Mit meiner Antwort habe ich extra "viel Wasser den Berg hinunter fließen lassen", weil mir einige andernfalls nicht geglaubt hätten. So kann ich meine Aussagen hier und auch den
Artikel von vor fast 10 Monaten belegen:
SpackenQueen schrieb:
QUOTE:
Hallo Forum,
ich war ehrlich gesagt etwas enttäuscht, als ich diesen Artikel gelesen habe!
Sollten wir nicht alle zusammen an einem Strang ziehen?
Die Petition wird heute noch 5.000 Unterzeichner haben, angeschlossen daran ein Forum, in dem sehr rege und konstruktiv diskutiert wird (in über 1200 Beiträgen).
Warum wird das als Rückschlag verbucht?
Die Petition hat letztendlich über 50.000 Unterschriften erzielt. Doch zu welchem Preis?
Geschäftemacher wie z.B. Haarwuchsmittel-Verkäufer und Motivations-Trainer, die aus dem BGE-Gedanken das große Geschäft machen wollten, mussten in die Schranken gewiesen werden.
Selbstdarsteller, die den Menschen Narrenkappen aufsetzen und Wanderprediger, die mal 500,-- Euro, mal 1.500,-- Euro monatliches BGE fordern, bringen zwar kurzfristig ein paar BGE-Uninformierte auf die BGE-Tagesordnung, die anschließend nach Orientierung suchen und keine finden können. Denn:
Das BGE kann und ist kein Ziel. Das BGE ist immer nur Werkzeug. Werkzeug zu weiterer Unterdrückung der Menschen (z.B. Althaus-Modell) oder zur Freiheit. Freiheit im Sinn eines "emanzipatorischen Sozialstaat". Ähnlich wie der Hammer auch nur ein Werkzeug ist. Man kann damit jemanden erschlagen, man kann den Hammer aber auch z.B. zum Schiffbau einsetzen. Schiffbau ist ein Stichwort:
Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.
Antoine de Saint-Exupéry In BGE-Kontext aus
Drescher, Jörg, Die Idee, Mensch zu sein
Seit ungefähr einem Jahrzehnt versuchen ein paar "alte Haudegen" den Menschen die
Sehnsucht nach der Freiheit zu lehren. Dabei haben Geschäftemacher, Selbstdarsteller und Meudalisten (= Neo-Feudalisten) langfristig keine Ansage! (Wir haben in dieser Zeit schon viele kommen und gehen sehen.)
QUOTE:
Sollte nicht das Hauptinteresse eines jeden BGE-Befürwortes darin liegen, die Idee des BGEs zu verbreiten, damit sich irgendwann jeder Bürger etwas darunter vorstellen kann?
Ich habe jetzt schon von mehreren Vordenkern zum Thema BGE gehört, dass das größte Problem, das größte Hinderniss, das Umdenken der Menschen ist.
Sollten wir da der Petition nicht applaudieren, für die Öffenlichkeitsarbeit, die sie betreibt und fördert?
Genau darin besteht doch das Problem. Anstatt die Menschen über den "emanzipatorischen Freiheits-Gedanken" an das BGE heranzuführen, wird das Pferd vom Schwanz her aufgezäumt. Das führt zu Irrungen und Wirrungen, zu Missbräuchen und bietet Selbstdarstellern eine wunderbare Plattform!
Und mit den Selbstdarstellern meine ich ausdrücklich
nicht Frau Susanne Wiest.
Frau Wiest wurde von diesen Selbstdarstellern mit sanfter Gewalt in den Vordergrund geschoben und die Selbstdarsteller suhlten sich in dem
Erfolg der Königs-Macher.
Ich erinnere mich noch gut an ein Gespräch mit einem der "Freunde und Förderer" von Frau Wiest. Ich meinte, dass es nicht in Ordnung sei, wie man Frau Wiest verheize. Darauf kam die Antwort, dass Revolutionen und Umwälzungen immer Opfer kosten würden. Und Susanne sei so herrlich unbedarft, man könne sie leicht so instrumentalisieren, wie man es für richtig halte.
Wer so mit Menschen umgeht, wie zumindest Teile der Gruppierung um Frau Wiest mit Frau Wiest, der hat in der "emanzipatorischen Szene" nichts verloren.
QUOTE:
Ist es nicht schade und sogar schädlich, sich in einem Streit über Modelle oder Angaben von Geldbeträgen zu verwickeln und dadurch die ganze Bewegung auszubremsen?
Vielleicht war es ungeschickt, in der Petition genaue und sehr hohe Zahlen zu nennen, aber das ist jetzt nunmal so geschehen.
Ich dachte, Menschen, die das BGE befürworten, wären besonders offen für neue, unkonventionelle Gedankengänge!
Dass dann auf einer wichtigen Seite wie dem BGE-Portal so ein negativer Artikel auftaucht, enttäuscht mich sehr!
Grüße,
Sarah Gebhardt
Als ich mitbekam, dass "die Woche des Grundeinkommens" ganz kurz vor der Wahl stattfinden soll, habe ich gefragt, warum denn dieser Termin. Der Termin sei gut, vor der Wahl seien die Menschen politisch sensibilisiert. Diese Aussage ist kompletter Quatsch, es sei denn, man hatte zu der Zeit schon vor, Direktkandidaten aufzustellen. Kandidaten, von denen man sicher sein konnte, dass sie keinen Blumentopf gewinnen können. Damit meine ich nicht, dass es an den Kandidaten gelegen hat. Es lag vielmehr am Thema und an der Art, wie der Wahlkampf geführt wurde.
Zuhauf wurden die Kandidaten verheizt, indem man sie in eine völlig aussichtslose
und nutzlose Wahl-Schlacht geschickt hatte.
Jetzt sagen die "Freunde und Förderer":
Mohr, du hast Deine Schuldigkeit getan. Mohr, Du kannst gehen!
Susanne Wiest
schreibt in ihrem Blog: Die Erlebnisse, entstanden durch die Teilnahme an der Bundestgaswahl, verdaue ich immer noch. [...]Eine junge Frau fragte sogar "und wie gehts nun weiter?".
[...]
Die nicht "gewonnen" haben, sind total ausgebotet. Das macht keinen Spaß, ich finde es undemokratisch und es gefällt mir einfach nicht. Wie können wir das anders machen?
1485 Menschen haben hier im Wahlkreis das
Grundeinkommen gewählt. Was machen wir nun, frei, eigenverantwortlich und zusammen?
BGE-Portal hat eine Vielzahl von Beiträge während der Zeichnungsfrist gebracht, um der unglücklichen Petition doch noch wenigstens zu etwas Erfolg (mit) zu verhelfen. Jedoch haben wir eines unterlassen: Wir haben nie versucht, Frau Wiest zu instrumentalisieren oder auszugrenzen.
Von Frau Wiest ihrer Seite sieht die Sache jedoch anders aus. Kein Hinweis, kein Link, kein Gar Nichts zu uns. Das war aber auch nicht anders zu erwarten, bei diesen Freunden und Beratern.
In Deutschland funktioniert Demokratie nun einmal
nur über Parteien, ob man es mag oder nicht.
Frau Wiest am 17.11.09 über Parteien:
Parteien finde ich mittlerweile so unattraktiv, auch durch meine Erlebnisse bei der Kandidatur, dass ich nicht so genau weiß wie wir das anstellen können.
Und somit ist den Menschen eine fähige und demokratische Kraft zumindest zum Teil verloren gegangen.
Vielleicht kann man mich jetzt besser verstehen. Ich hoffe es zumindest!