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Interview in Kiew PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Klaus Räuber    Bookmark and Share
Sonntag, 27. 04 2008
Anfang 2007 interviewte Natascha Dratsch, eine Sprachlehrerin in Kiew/Ukraine, Herrn Drescher über seine Aktivitäten rund um die Idee eines Grundeinkommens. Hier ist das Interview anzusehen und nachzulesen:

Herr Drescher, Sie sind ein Befürworter eines Grundeinkommens. Was versteht man darunter?

Ein Grundeinkommen ist Geld für jedermann. Das bedeutet, dass jemand nicht arbeiten muss, um Geld zu bekommen, sondern dass jeder vom Staat Geld bekommt, ohne irgendwelche Formulare dafür auszufüllen, ohne irgendwelche Anträge zu stellen. Das Ganze soll Hartz-IV ersetzen, beziehungsweise die gesamten Sozialleistungen des Staates.

Und wie soll das finanziert werden?

Bisher finanziert sich das Sozialsystem darüber, dass Leute besteuert werden, die arbeiten und damit für andere Leute abgeben. Unsere Überlegung war, dass man Ausgaben besteuert. Alles, was konsumiert wird, soll – wie heute über die Mehrwertsteuer – Abgaben an den Staat geben. Und diese Abgaben finanzieren dann dieses Grundeinkommen.

Würde dann noch jemand arbeiten?

Ich denke ja. Weil das Grundeinkommen ist nur zum Auskommen da. Wer mehr möchte, sollte dann auch arbeiten. Sprich: ich kann mir vom Grundeinkommen kein Auto leisten, kann mir keinen Luxus leisten, sondern muss dafür schon noch etwas tun. Deswegen bleibt Arbeit nicht liegen.

Und wer würde denn sozusagen schwere oder unangenehme Arbeit machen?

Dazu müssten Unternehmen mehr Geld für diese unangenehmen und schweren Arbeiten bezahlen.

Warum meinen Sie, dass man ein Grundeinkommen einführen sollte?

Das heutige Sozialsystem ist heute nicht mehr finanzierbar. Das heißt, es werden immer mehr Leute arbeitslos, weil es keine Arbeit mehr gibt. Und die werden von immer weniger Leuten finanziert, die noch Arbeit haben.

 
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