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Nein, es ist niemand gestorben! Vielmehr wurde am 18. Oktober im Archiv Grundeinkommen angekündigt, dass die tägliche Aktualisierung dieses Angebotes bis auf weiteres leider eingestellt werden muss. Am 22. Oktober wurde eine Kurzbeschreibung des Arbeitsaufwands für das Archiv bekannt gegeben und nochmals betont, dass es keine Fortführung geben wird.
Tatsächlich war das Archiv Grundeinkommen für viele BGE-Aktive eine enorme Rechercheerleichterung und oftmals erste Anlaufstelle, um zu sehen, ob es etwas Neues in der Szene gibt. Dass dahinter ein „Ein-Mann-Unternehmen“ stand, das sich als unabhängig und niemandem verpflichtet empfand, führte auch teilweise zu dem Vorwurf, parteiisch und undemokratisch zu sein, da es einerseits keinen Anspruch auf Aufnahme einer Veröffentlichung in dieses Archiv gab, und andererseits keine Transparenz, wie und was in diesem Archiv landet. Dieser Vorwurf wird trotzdem nicht dem Wert und der Qualität des Archivs Grundeinkommen gerecht – oder vielleicht machte gerade diese Handhabung den Wert und die Qualität des Archivs aus.
In jedem Fall schaffte das Archiv Grundeinkommen etwas, woran sich andere ebenfalls versuchten und offensichtlich scheiterten. Jetzt zeigt die Einstellung der Aktualisierung, wie anfällig das unorganisierte Netzwerk ist, wenn einer der wichtigsten Informationsknoten „wegfällt“.
Im Prinzip wäre es Aufgabe des „Netzwerk Grundeinkommen“ gewesen – vor allem mit vorhandener „Redaktion“ und einer eigenen Website – ein solches Archiv zu pflegen und überhaupt zu betreiben. Auffällig ist nur, dass sich das Archiv Grundeinkommen ausdrücklich im Impressum davon distanzierte, kein Angebot des Netzwerks zu sein.
Auch dieses BGE-Portal muss sich den Vorwurf gefallen lassen, schon lange vor dem Abbruch des Archivs Grundeinkommen, die Aktualisierung eher schweigend eingestellt zu haben. Teilweise aus ähnlichen Gründen (Zeitmangel), aber auch aus mangelndem Interesse am Angebot – sei es, mitzuarbeiten, sei es, dass die Besucherzahl in keinem Verhältnis zum Arbeitsaufwand stand.
Andere Websites im Internet, die eine Art Archiv anbieten (z.B. www.forum-grundeinkommen.de), sind entweder nur Insidern bekannt oder wollten nie in Konkurrenz zum Archiv Grundeinkommen treten. Vielmehr bediente man sich der Arbeit des Archivs, ohne großartig eigene Recherchen anzustellen.
Zu nennen ist auch die Facebook-Gruppe „Bedingungsloses Grundeinkommen“ mit inzwischen über 53.000 „Followern“, die zwar regelmäßig aktualisiert wird und wo Neuigkeiten gepostet werden, aber es handelt sich eben um ein Projekt innerhalb von Facebook, das jene außen vor lässt, die kein Interesse an Facebook und dessen Funktionalität haben.
Zusätzlich gibt es Rivalitäten unter den Betreibern der jeweiligen Informationsangebote, worunter vor allem die Neutralität leidet, aber auch das Interesse, ein solches Angebot anzunehmen.
Abschließend ist zu sagen, dass mit der Einstellung der Aktualisierung beim Archiv Grundeinkommen traurigerweise klar wurde, wie abhängig man sich von diesem Medium machte (einer Art „BGE-Nachrichtenagentur“), aber auch, wie anfällig ein solches Medium ist, wenn es nur von einer Person betrieben wird. Und letzteres sollte zu denken geben, denn ein Grundeinkommen will einem Gemeinwesen zugute kommen, das allerdings heute durch den hohen Individualisierungsgrad zeigt, dass Gemeinschaftsprojekte schwerlich gemeinsam durchführbar sind.
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