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Bestehen Sie das US-Ungleichheitsquiz?
Geschrieben von Jörg Drescher    Bookmark and Share
Dienstag, 28. 06 2011

Auf der Seite http://www.countercurrents.org gibt es eine Art Frage-Antwort-Spiel über die Ungleichheit in den USA . Ziel der Seiteninhaber ist, das Bewusstsein über die Krise zu stärken und sinnvolle Lösungen zu suchen. Zitat: „Wenn die Menschheit überleben soll, muss das destruktive System des Kapitalismus und Konsumerismus durch ein Wirtschaftssystem ersetzt werden, das auf einer gerechten und fairen Verteilung basiert, sowie der nutzenbasierten Verwendung von Ressourcen.“ Das Motto lautet: „Bildung, Organisation, Agitation“.

 

Das Frage-Antwort-Spiel von Jeffrey Rudolph beginnt mit den Worten: Die amerikanischen Massenmedien beklagen regelmäßig die unbestreitbare Realität einer wachsenden Ungleichheit, doch geben selten eine geschichtliche oder detaillierte Analyse. Vielmehr stehen in den typischen Artikeln Statistiken über Ungleichheit mit theoretischen Forderungen, die sich auf den Kapitalismus, Anreize, Wirtschaftswachstum und Ungleichheiten beziehen.

 

Während viele daran zweifeln, dass der Kapitalismus das bevorzugte Wirtschaftssystem für ein Land ist (trotz der unvermeidlichen Ungleichheit), ist die Grundfrage, ob das amerikanische Kapitalismus-Modell gegenüber anderen Versionen, wie zum Beispiel die von Europa oder Japan, bevorzugt werden sollten. Eine irreführende Annahme der US-Massenmedien ist, Kapitalismus mit der amerikanischen „Freie-Markt-Version“ gleichzusetzen. Die Alternative dazu wäre das autoritäre, zentrale Planungssystem der zerbrochenen Sowjetunion.

 

Folgendes Quiz zielt darauf ab, mehr Einblick in den Kapitalismus und die Ungleichheit zu gewähren, indem historische Bezöge und internationale Vergleiche aufgestellt werden. Das Ergebnis ist ermutigend: Die USA kann sowohl gerechter, als auch produktiver werden – eigentlich, wie es einmal war.

 

Frage 7 lautet: Richtig oder falsch: Die USA hat eine höhere Sozialmobilität als Skandinavische Länder.

 

Antwort:

Falsch: „Im internationalen Vergleich der sozialen Mobilität zwischen den Schichten zeigt, dass die Skandinavischen Länder eine höhere Sozialmobilität haben, als Großbritannien, das wiederum eine höhere Sozialmobilität als die USA hat. Es ist kein Zufall, dass starke Sozialstaaten die höhere Sozialmobilität aufweisen. Insbesondere im Fall der USA lässt der Fakt, dass die Gesamtsozialmobilität oftmals durch die geringe Sozialmobilität am untersten Rand begründet wird, vermuten, dass dies durch das Fehlen eines Grundeinkommens herrührt, was arme Kinder davor abhält, ihre Chancengleichheit zu nutzen. Solange wir eine Umgebung schaffen, wo jedem ein Minimum an Ressourcen garantiert wird, durch einen garantierten Mindestlohn, Bildung und eine Gesundheitsversorgung, solange können wir nicht sagen, dass wir einen fairen Wettbewerb haben. Chancengleichheit ist absolut notwendig, aber nicht ausreichend, um eine wirklich faire und effiziente Gesellschaft zu schaffen. (aus Ha-Joon Chang; 23 Things They Don't Tell You About Capitalism. Bloomsbury Press; New York : 2010; pp. 219-20.).

 

[...]

 

„Topanalysten der Weltbank bestätigten, dass Umverteilung, sowie Wirtschaftswachstum, notwendig ist, um weltweite Armut zu beseitigen. Nationen können keine Chancengleichheit bieten, ohne zuerst gesunde Maßnahmen bei der gleichen Verteilung einzuführen. Das kommt daher, weil Gesellschaften mit extremer Vermögensungleichheit ebenfalls extreme Machtungleichheit generieren. Regierungen, die diese extreme Machtungleichheit aufweisen, tendieren dazu, nicht im öffentlichen Interesse zu regieren, sondern im Interesse wohlhabender Eliten.“ (http://www.fpif.org/articles/deeply_unequal_world)




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