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Arbeit um jeden Preis
Geschrieben von Jörg Drescher    Bookmark and Share
Samstag, 9. 04 2011

Nach den verheerenden Unglück in Japan, zeigt sich in Deutschland, dass die AKWs aus einem bestimmten Grund weiterlaufen sollen: Um Arbeitsplätze zu sichern. Zu diesem Schluss kann man gelangen, wenn man das Interview von Sigmar Gabriel (SPD) in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung liest. Darin antwortet er auf die Frage, weshalb man nicht einfach auf solche Branchen verzichten kann, die zu viel Strom verbrauchen:

Weil dort die Wertschöpfung erarbeitet wird, die wir brauchen, um in Bildung, Umweltschutz und Kultur zu investieren. Nur ein erfolgreiches Industrieland kann den Umbau zur nachhaltigen Industriegesellschaft schaffen. Wir müssen um jeden industriellen Arbeitsplatz kämpfen. Wir machen den Menschen etwas vor, wenn wir so tun, als könnten wir das Industrieland Deutschland 2020 komplett mit erneuerbarer Energie versorgen.

Denkt man ein bisschen weiter, dürfte auch die Kritik von Gregor Gysi zum Abrüstungsbericht 2010  einen anderen Geschmack bekommen. Würde Deutschland nämlich plötzlich keine Waffen mehr produzieren, um sie zu exportieren, stünden einige Tausend Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Statt sich wenigstens öffentlich einmal über die Alternative Grundeinkommen zu unterhalten, die mit Sicherheit einige gesellschaftliche Anstrengungen verlangt, hält man weiter an dem Credo „Arbeit um jeden Preis“ fest - und nimmt Leid und Tod billigend in Kauf.

 




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