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Viel Glück im Neuen Jahr!
Geschrieben von Jörg Drescher    Bookmark and Share
Freitag, 31. 12 2010
In dem Essay "Zum Glück" von Caroline Fetscher im Tagesspiegel wird die Frage aufgeworfen, was wir eigentlich unter „Glück“ verstehen, das wir uns allen gegenseitig wünschen. Sprachlich ist uns das Englische überlegen, da wir im Deutschen keine genaue Unterscheidung zwischen "happiness" und "luck" machen.

Fetscher nennt dann die "Glücksgarantie" der Amerikaner, die von John Locke übernommen, in die US-Verfassung als Bürgerrecht integriert wurde. Gemeint ist damit allerdings nicht, dass "Glück garantiert" wird, sondern die Bedingungen, um Glück zu erreichen. Nur denkt man über die Voraussetzungen zum "glücklich sein" schon seit der Antike nach.

Eine Faustregel, so stellt Fetscher heraus, lautet für jedes Individuum: Je weniger Angst, desto mehr Glück. Dabei hält Fetscher Empathie für sehr wichtig: Empathiearmut kann aus dem sattesten Wohlstand jedes Glück entfernen.

Abschließend meint sie: Ohne Wohlstand, ohne demokratische Freiheit, ohne Empathie ist Glück, also gelingende Zivilisation, nicht zu haben. Ein hohes Maß an wirtschaftlichem Bewegungsspielraum kombiniert mit einem hohen Maß an sozialer Gerechtigkeit und dem Fehlen rigider, religiöser oder politischer Ideologie – diese Mischung enthält offenbar die so simple wie hochkomplexe Zauberformel für relativ viel Glück für relativ viele Leute.

So gesehen heißt das: Ein Grundeinkommen wäre "luck", aber würde keine "happiness" bringen. Es könnte uns Angst nehmen, wenn uns denn mehr Empathie aus den Führungsetagen entgegengebracht würde.

In diesem Sinne: Viel Glück für 2011!



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