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Götz Werner zum Grundeinkommen bei PI
Geschrieben von Jörg Drescher    Bookmark and Share
Samstag, 26. 06 2010

Bei Planet Interview erschien am 25.06.2010 ein Interview mit Götz Werner zum Grundeinkommen. Wesentlich Neues erfährt man nicht, wenn man die Aussagen von Werner kennt. Am Ende des Interviews klingt er zwar sehr vernünftig, aber trotzdem bleibt unverständlich, weshalb der Mann nicht auf die Ursprünge und Vielfältigkeit der Idee eingeht. So fehlen - typisch für Götz Werner - Hinweise, wann, wo und wer schon etwas zu diesem Thema gedacht hat.

Er vermittelt die Idee immer wieder so, als wäre das Grundeinkommen "auf seinem Mist" gewachsen und dass er ein "großer Vordenker" wäre. Egal, wie sehr er sich gegen solche Aussagen wehren will, so verstärkt diese "Bescheidenheit" diesen Eindruck, weil die Historie der Idee keine Erwähnung findet, bzw. der Verweis fehlt, dass er nicht der einzige und vor allem nicht der erste ist, der diese Idee vertritt.

Inhaltlich verstrickt sich Werner in dem Interview leider auch in Widersprüche: Er meint zum Beispiel, dass Arbeit und Einkommen entkoppelt werden soll; das stimmt so im Prinzip nicht, denn das Grundeinkommen entkoppelt nur das Auskommen von der Arbeit. Ein anderes Beispiel ist, dass Unternehmen sowieso keine Steuern zahlen würden - das ist zu oberflächtlich gedacht, denn ein Unternehmen zahlt (heute) auch dann Steuern (z.B. auf Einkommen der Mitarbeiter), wenn die Produkte unverkauft bleiben, verderben oder ins Ausland verkauft werden.

Fazit: Götz Werner hat in vielen Punkten recht und fasziniert mit seiner Argumentation, weil sie unkonventionell, rebellisch, einleuchtend und einfach wirkt. Dennoch heißt das nicht, dass er mit allem richtig liegt. Dabei macht er es einem relativ schwer, solchen Dingen auf den Grund zu gehen, weil Verweise zur Überprüfung fehlen.

Diese Aussagen richten sich weder weder gegen die Idee des Grundeinkommens, noch gegen Götz Werner; vielmehr sind sie ein Appell, den eigenen Kopf zu verwenden und selbst einen Götz Werner zu hinterfragen, wenn er nicht selbst dazu aufruft.




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