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Mich erreichte ein Leserbrief an die Nürnberger Nachrichten zu dem Artikel "dm-Gründer: 1000 Euro und Würde für alle" mit der Bitte, ihn anonym zu veröffentlichen. Darin wird Kritik an Götz Werner geübt und sein Engagement für das Grundeinkommen hinterfragt. Hier der Leserbrief in voller Länge - unzensiert und ungekürzt.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ihr Artikel trägt den Untertitel "Götz Werner fasziniert mit seiner Idee vom Grundeinkommen". Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass Götz Werner nicht der "Erfinder" des Grundeinkommens ist, sondern, dass diese Idee schon seit mehreren Jahrhunderten immer wieder Diskussionsgegenstand war/ist. Die Idee eines Grundeinkommens brachte es zum Beispiel in den 1960ern (auf dem Höhepunkt der Bürgerrechtsbewegung) in den USA fast zur Umsetzung - mit vorhergehenden Untersuchungen zur Arbeitsmotivation (siehe Wikipedia).
Leider verschweigt Herr Werner diese Sachverhalte - entweder aus Unkenntnis (was sich für einen Professor nicht gehört, der diese Idee propagiert und vorgibt, sich damit zu beschäftigen), oder aus Kalkül (was die Frage aufwirft, weshalb er diese Tatsache unter den Tisch kehrt).
Die Strahlkraft von Herrn Werner - wie Sie selbst in dem Artikel schreiben - überblendet viele Facetten des Themas, die weltweit von Wissenschaftlern beleuchtet werden. Es gibt ein globales Netzwerk aus Akademikern und Aktivisten, die zur Aufklärung des Themas beitragen wollen. Seltsam, dass Herr Werner kein Mitglied des "Basic Income Earth Network" (BIEN) ist.
Auch der Film "Grundeinkommen - ein Kulturimpuls" (von Häni/Schmidt) ist eher ein Loblied auf Götz Werner und seine Mehrwertsteuer-These, als dass er wirklich zur Aufklärung über das Thema beiträgt.
Wenn Sie etwas genauer recherchieren und einmal die Verknüpfungen und Finanzierung innerhalb der deutschen "Grundeinkommensbefürworter" unter die Lupe nehmen, werden Sie auf "seltsame" Verquickungen mit dem Namen Götz Werner und seinen Unternehmen stoßen.
Natürlich verstehe ich, dass Sie über die Veranstaltung in Nürnberg berichtet haben und Informationen nutzen, die Sie dort vermittelt bekamen. Ich empfehle Ihnen allerdings, sollten Sie wirklich Interesse am Thema haben, sich etwas ausführlicher zu informieren und nicht nur die Sicht eines Götz Werner zu beachten.
Über eine Rückmeldung freue ich mich,
mit freundlichen Grüßen,
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