|
Am 26.03.2010 berichtete Domradio.de unter dem Titel „Aus eigener Kraft in den ersten Arbeitsmarkt“ von einem Vorstoß des "Bund Katholischer Unternehmer" (BKU) in Sachen Bedingungsloses Grundeinkommen.
Im Prinzip wäre es zu loben, dass nunmehr auch die Katholischen Unternehmer für ein BGE eintreten, wäre da nicht die Ausgestaltung des GE-Vorschlags. Entweder weiß der BKU nicht wovon er redet; das wäre noch irgendwie zu verzeihen. Oder der BKU weiß, wovon er redet und outet sich als Menschen verachtende Organisation:
Im BKU-Modell sollen Bürger statt des Hartz-IV-Regelsatzes von 359 Euro das „aktivierende Grundeinkommen“ in Höhe von 447 Euro pro Monat beziehen, mit dem Kosten für Ernährung, Kleidung und Wohnung abgedeckt würden.
Im Klartext bedeutet der BKU-Vorschlag eine gewichtige Absenkung des ALGII-Regelsatzes: Denn bei ALGII wird zu den 359,-- Euro für den Lebensunterhalt noch die Kosten für Unterkunft und Heizung übernommen. Für diese Kosten stünden dem Leistungs-Empfänger gemäß dem BKU-Vorschlags lediglich 88,-- Euro zu Verfügung.
Quasi als Bon-Bon soll laut diesem Vorschlag die anrechnungsfreie Zuverdienstgrenze um 120,-- Euro angehoben werden: Zugleich seien Einkommen bis zu einer Höhe von 222 Euro pro Monat ohne Abzug möglich. Damit werde die Teilhabe am sozialen, kulturellen und politischen Leben finanzierbar.
Deutlicher kann man wohl eine Missachtung gegenüber den wirtschaftlich schwächeren Mitgliedern unser Gesellschaft nicht zum Ausdruck bringen. Denn der BKU sagt in aller Deutlichkeit, wer es nicht schafft (oder schaffen möchte), 222,-- Euro zusätzlich hinzu zu verdienen, hat sein Anrecht auf menschenwürdige Teilhabe an unserer Gesellschaft verspielt.
Im Gegensatz zu anderen Modellen sei dieser Vorschlag finanzierbar, da das Arbeitslosengeld II, das Wohngeld, das Sozialgeld für Kinder, der Kinderzuschlag sowie steuerliche Freibeträge im Grundeinkommen aufgehen und somit als Gegenfinanzierung einfließen, hieß es., wie Domradio.de weiter ausführt.
Absolut sarkastisch argumentiert der Verband: Unser Konzept bietet mehr Möglichkeiten für Langzeitarbeitslose, sich Schritt für Schritt aus eigener Kraft in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren
Sozial-Darwinismus im Namen der Katholischen Kirche?
|