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Klima als Chance fürs Grundeinkommen
Geschrieben von Jörg Drescher    Bookmark and Share
Donnerstag, 10. 12 2009

Der ein oder andere kennt vielleicht schon das Video „Story of Stuff“ von Annie Leonard. Im neuesten Projekt „Story of Cap & Trade“ spricht sie sich für eine „Dividend for Citizens“ aus (ab Minute 4:40). Das Geld aus dem Emissionsrechtehandel solle für saubere Energieerzeugung ausbezahlt werden, oder für eine Bürgerdividende, um Leuten zu helfen, die höheren Energiekosten zu bezahlen, oder für eine Rückerstattung für Menschen, die unter den Klimaänderungen am meisten leiden.

Diese Form von Grundeinkommen wird in den USA laut Steven Shafarman breiter diskutiert:

Die größte Hoffnung für einen Schritt hin zu einem Grundeinkommen in den USA sind die Anstrengungen, den Klimawandel zu verlangsamen. Einer der führenden Klimaforscher auf der Welt ist James E. Hansen, der für die US-Regierung arbeitet und oft in den Medien zitiert wird. Als er im Februar 2009 als Zeuge zu einer Anhörung vor den US-Kongress eingeladen wurde, forderte er:

Steuern & 100%ige Dividende – Besteuerung der Kohlenstoffdioxidesmissionen, aber mit Rückführung des Geldes an die Bevölkerung auf pro Kopf Basis.

Zum Beispiel kann man mit einer Steuer beginnen, die hoch genug ist, um die Kaufentscheidungen zu beeinflussen: Eine CO2-Steuer, das einen Dollar auf eine Gallone Sprit aufschlägt. Dies ist ein Preis von ungefähr 115 Dollar pro Tonne CO2. Durch diese Steuer können 670 Mrd. Dollar pro Jahr eingenommen werden. Wir führen 100% dieses Geldes an die Bevölkerung zurück. Jeder erwachsene, legale Einwohner erhält einen Anteilsschein, was 3.000 Dollar pro Jahr ausmacht – oder 250 Dollar pro Monat, die auf ihren Bankkonten eingehen. Ein halber Anteilsschein für jedes Kind bis zu zwei Kindern pro Familie. So erzeugt eine Steuerrate von 115 Dollar pro Tonne eine Dividende von 9.000 Dollar pro Jahr für eine Familie mit zwei Kindern – 750 Dollar pro Monat. Die Familie mit einem CO2-Fußabdruck, die unter dem Durchschnitt liegt, erhält Geld – ihre Dividende übersteigt ihre Steuern. Diese Steuer gibt einen starken Anreiz, ineffiziente Infrastrukturen zu ersetzen. Sie stimuliert die Wirtschaft. Sie stimuliert Innovationen.

Dieser Weg kann uns zu einer Zeit nach fossiler Energie führen, viel Kohle im Boden belasen und uns davor bewahren, extreme Umgebungen zu erschließen, um jeden Tropfen Öl zu finden. Wir müssen sowieso an die Zeit nach fossiler Energie denken. Je früher, desto besser – zum Wohle unserer Kinder. Es nicht zu tun, obwohl wir die Konsequenzen kennen, ist unmoralisch.

 




Kommentare (5)
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1. Geschrieben von: Henrik Wittenberg am 11-12-2009 17:08 - Registriert
 
 
Die Idee einer finanziellen Rückvergütung von zuvor erhobenen Abgaben auf den Verbrauch natürlicher Ressourcen wird mittlerweile auch in Deutschland von verschiedenen Akteuren in die Diskussion gebracht. 
 
Wolfgang Kessler, Chefredakteur von Publik-Forum, spricht von einem Öko-Bonus: 
 
„Das in der Schweizer Stadt Basel bereits praktizierte Modell des Öko-Bonus besteuert den Energie- und Ressourcenverbrauch der Bürger und zahlt zugleich einmal im Jahr an jeden Bürger „vom Baby bis zum Greis“ 250 Euro: „Die Gewinner sind diejenigen, die mit dem geringsten Energieverbrauch auskommen: Unternehmen und Privathaushalte, die Strom und Sprit sparen, werden am Ende mehr von Staat herausbekommen, als sie über die Öko-Steuer bezahlen. Das ist der Öko-Bonus.“ 
http://bit.ly/66AWc5 
 
Oder das Modell eines Grundeinkommens für alle aus der Nutzung der Naturressourcen, wie es von weiten Teilen der INWO gefordert wird: 
http://bit.ly/7TKMNZ 
 
Auch am Interfakultativen Institut für Entrepreneurship (IEP) in Karlsruhe beschäftigt man sich mit dem Modell einer CO2-Umlage zur Finanzierung eines Grundeinkommens: 
http://www.iep.uni-karlsruhe.de/429.php
 
2. Geschrieben von: Daniel Kuneck am 12-12-2009 18:13 - Registriert
 
 
Was hat den der Klimaschutz mit dem BGE zu tun ? Und warum sollen die Verursacher (WIR) des Klimawandels auch noch dafür belohnt werden ? Ist doch wohl der selbe Schwindel wie mit dem Emissionshandel!
 
3. Geschrieben von: Jörg Drescher am 12-12-2009 18:34 - Registriert
 
 
@Daniel: Angenommen, man macht die Umweltverschmutzung sehr teuer, so können sich auf der einen Seite nur noch Leute Umweltverschmutzung leisten, die (viel) Geld haben und auf der anderen Seite wird das Geld über ein BGE an Menschn ausbezahlt, die sich nichts (selbst Umweltverschmutzung) leisten können. 
Absurd wird die Geschichte dann, wenn die Vielverschmutzer den Wenigverschmutzern es ermöglichen, mehr zu verschmutzen. Das heißt wiederum, daß umweltverschmutzende gegenüber umweltschonenden Produkten viel teurer werden müssen. Heute scheint offenbar das Entgegengesetzte der Fall.
 
4. Geschrieben von: Daniel Kuneck am 13-12-2009 13:48 - Registriert
 
 
@Jörg: Die Umweltverschmutzung ist ausschließlich durch die "westliche Welt" (ca. 20 % der Weltbevölkerung) verursacht worden und zwar auf Kosten der restlichen 80%. Also müsste man das Geld den Opfern geben und die leben nicht in Deutschland. Außerdem begründet sich das Konzept aus dem bisherigen (alten) Wirtschaftssystem (mach' was teuerer und man wird aus wirtschaftlichen Gründen nach günstigeren Lösungen suchen). 
Wird das BGE realisiert wird auch das bisherige Wirtschaftssystem obsolet und Probleme wie die Klimaveränderung/Umweltverschmutzung über Einsicht und Volksabstimmung/Gesetze geregelt. Eine Lösung rein über die wirtschaftliche Seite wäre zu langfristig, dafür ist keine Zeit mehr!
 
5. Geschrieben von: Henrik Wittenberg am 14-12-2009 14:38 - Registriert
 
 
Dazu passt auch die folgende Diskussion: 
 
Fünf Thesen zum Verhältnis zwischen Gemeingütern (GG) und Bedingungslosem Grundeinkommen (BGE) 
 
http://commonsblog.wordpress.com/2009/12/02/gemeinguter-und-bedingungsloses-grundeinkommen-5-thesen/
 
 
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