|
Auch nach Althaus-Rücktritt wird am Solidarischen Bürgergeld gearbeitet
Von OTZ-Redakteur Oliver Will Erfurt. Das Solidarische Bürgergeld war eines der großen Projekte von Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU). Mit seinem Rücktritt ist es nicht ad acta gelegt worden.
"Wir werden die Idee unverändert weiterverfolgen, denn sie ist unverändert gut", betont Michael Hose, Geschäftsführer der Initiative Solidarisches Bürgergeld. Schließlich hätten Studien ganz klar bewiesen, dass es finanzierbar sei. Die Initiative, 2006 als überparteiliches Bündnis entstanden, werde ihre Aktivitäten daher aufrechterhalten. Dazu gehören Informationsveranstaltungen mit Politikern und Akademikern ebenso wie die Förderung von wissenschaftlichen Arbeiten zum Bürgergeld. "Wir wollen die Gesellschaft mobilisieren, weil eine radikale Reform eine breite Basis braucht", so Hose.
Der Bericht der Ostthüringer Zeitung führt weiter aus:
Hose: Zudem könne die schwarz-gelbe Bundesregierung neue Impulse geben, meint der 25-Jährige und verweist darauf, dass die FDP einen Vorschlag für ein liberales Bürgergeld in die Koalitionsverhandlungen eingebracht hatte. "Bei allen Unterschieden gibt es immerhin Schnittmengen." Mit der neuen Landesregierung soll demnächst über die Position zum Bürgergeld gesprochen werden. Die Thüringer SPD hatte es bislang vehement abgelehnt.
[...]
Auch Prof. Dr. Michael Opielka schätzt die Situation optimistisch ein. "Wir haben zum ersten Mal überhaupt erlebt, dass eine Partei die Bürgergeld-Idee in Koalitionsgespräche eingebracht hat", sagt der Sozialwissenschaftler von der Fachhochschule Jena.
[...] "Wäre Althaus erfolgreicher gewesen, hätte die CDU die Lage nach der Bundestagswahl besser nutzen können", meint Opielka.
Dennoch ist der Wissenschaftler, der das Solidarische Bürgergeld auch begutachtet hat, nicht unzufrieden. "Niemand hatte erwartet, dass schon in diesem Jahr ein Bürgergeld-Konzept in einen Koalitionsvertrag einfließt." Auch sehe er den liberalen Vorschlag nicht so skeptisch wie andere Befürworter eines bedingungslosen Grundeinkommens. Zwar setze die FDP Arbeitsbereitschaft voraus, sage aber auch, dass sich bereits geringste Verdienstmöglichkeiten lohnen müssen. "Und dann muss man auf Anreize, nicht auf Pflicht setzen", sagt Opielka.
|