|
Was sagt die Bibel zu Hartz IV?
Passt ein Bedingungsloses Grundeinkommen zum Gerechtigkeitsbegriff der Bibel? Bei den am Sonntag begonnenen Sozialtagen Südbaden, die mehrere christliche Verbände veranstalten, gibt es unter anderem dazu durchaus unterschiedliche Ansichten.
So beginnt die Badische Zeitung einen Bericht über die Sozialtage Südbaden und macht damit gleich mehrere "Diskussions-Fässer" auf.
"Die Bibel ist eine Anleitung für gute Politik", sagte der ehemalige SPD-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reinhard Höppner, am Sonntag bei der Eröffnung der Sozialtage Südbaden. Die von christlichen Verbänden organisierten Veranstaltungen unter dem quasi allumfassenden Motto "Leben und Arbeiten in Europa – Soziale Gerechtigkeit weltweit jetzt!" laufen noch bis Ende November.
Die Hartz-IV-Reformen der rot-grünen Koalition hätten diese Sorge erheblich verschärft. Höppner kritisierte auch die durch diese Reformen erheblich ausgeweiteten "Ein-Euro-Jobs": "Warum gibt man den Leuten keine normalen Arbeitsverträge? Dann hätten sie auch das Gefühl, echte Arbeit zu haben."
Georg Hupfauer, Bundesvorsitzender der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB), schlug ein bedingungsloses Grundeinkommen vor, um die von Höppner beschriebene Angst zu lindern: "Damit die Menschen Sicherheit haben und die Möglichkeit, sich darüber hinaus einzubringen."
Herbert Schweizer, Diözesanvorsitzender der KAB, sprach sich für "flankierende padägogische Maßnahmen" zum Grundeinkommen aus.
Mit seiner Antwort brachte Höppner das ganze Debakel der SPD auf den Punkt. Offensichtlich verwechselt die SPD nämlich Sozialdemokratie und Emanzipation mit "wir wollen doch nur Euer Bestes". Dass die Menschen jedoch "ihr Bestes" nicht hergeben möchten, schon gleich gar nicht unter Zwang, übersieht die SPD und Höppner dabei: Aber vor allem junge Leute bräuchten einen gewissen Druck, um überhaupt zu arbeiten und zum Beispiel eine Ausbildung zu machen. Deshalb sei er gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen [...]
Solange die Genossen den Menschen nichts zutrauen, weiter mit Maßregelungen und Bevormundungen Politik machen möchten, scheint der weitere Abstieg der SPD unausweichlich. Es ist "alter Wein in neuen Schläuchen", was die SPD in ihrem Leitantrag beschlossen hat, was Sigmar Gabriel in seiner Rede auf dem SPD-Parteitag von sich gab und auch was SPD-Mann Höppner zum BGE weiter ausführte:
Diese Idee allerdings kam bei Höppner nicht gut an. "Leute, die keiner Arbeit nachgehen, kriegen ihren Tagesrhythmus nicht mehr auf die Reihe", meinte er.
|