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Fordern ohne Fördern
Geschrieben von Klaus Räuber    Bookmark and Share
Freitag, 9. 10 2009

Noch steht nicht fest, was Deutschland gewählt hat, bzw. was die Gewählten eigentlich mit ihrer gewonnen Wahl anrichten möchten. Selbst die Posten sind noch nicht vergeben, aber es geht ein neues Gespenst um, das sich Bürgergeld nennt und als Hartz-IV-Ersatz dienen soll. Es geht nicht um das Konzept von Dieter Althaus, das einem Grundeinkommen ähnelt, nein, es geht um einen Vorschlag der FDP.

Die Nachrichten über dieses Konzept reißen nicht ab. Während die einen davor warnen und mit einer "Verschlimmbesserung" der Arbeitslosen rechnen, warten andere einfach ab, was denn da wirklich herauskommen wird. Jedenfalls ist das Thema im Gespräch.

Die taz beschreibt das FDP-Bürgergeld wie folgt:

Die FDP strebt an, viele der heutigen Sozialleistungen abzuschaffen und im neuen Bürgergeld zusammenzufassen. Setzten sich die Liberalen gegenüber der Union durch, würden unter anderem Arbeitslosengeld II, Wohngeld, Sozialgeld, Sozialhilfe und Grundsicherung im Alter zugunsten des Bürgergeldes gestrichen. Dadurch soll das Sozialsystem einfacher und transparenter werden.

Auch einige der Institutionen, die die Zahlungen heute abwickeln, würden dadurch teilweise überflüssig. Die Bundesagentur für Arbeit beispielsweise würde die FDP gerne mehr oder weniger abschaffen. An die Stelle der heutigen Institutionen träten dann schlicht die Finanzämter, die das pauschalierte Bürgergeld auszahlten.

Wohlgemerkt: Wer nicht bereit ist, sich um Arbeit zu bemühen, dem soll nach dem Willen der Liberalen auch künftig die Leistung gekürzt werden.

Götz Werner gibt sich in einem taz-Interview dazu optimistisch:

Das Bürgergeld kann helfen, in eine neue Denkrichtung zu kommen - auch wenn es noch nicht das ist, was ich mir am Ende vorstelle. Wir müssen gesellschaftlich neu überlegen, wie der einzelne zu seinem Einkommen gelangt.




Kommentare (8)
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1. Geschrieben von: Daniel Kuneck am 10-10-2009 14:45 - Registriert
 
 
Bla...Bla...Blaa... Die "Etablierten" versuchen nun immer mehr sich die Marke "Grundeinkommen" zu Eigen zu machen. Natürlich ist das nichts Anderes als Hart4 unter dieser Mogelpackung zu verstecken und nochmals zu senken damit das "arbeitsscheue Gesindel" endlich vermehrt die ach so sozialen 1-€-Jobs oder die massig verfügbaren Angebote der Zeit-Sklaventreiber annimmt. Leider lassen sich immer mehr Beführworter des BEGs vor deren Karren spannen. 
Bedingungslosigkeit und angemessene Höhe (z.B. Dilthey-Modell) sind absolute Voraussetzung damit das BEG auch seinen Namen verdient.
 
2. Geschrieben von: Matthias Dilthey am 11-10-2009 01:32 - Registriert
 
 
Nun, Daniel Kuneck hat einfach nur Recht mit seinem Kommentar. 
 
Wie die emanzipatorischen BGE-Befürworter in die FDP-Falle geraten sind, beschreibt ein Beitrag im Forum der PsgD: 
http://forum-aktuell.psgd.info/viewtopic.php?f=3&t=408
 
3. Geschrieben von: Guido Riga am 11-10-2009 10:35 - Registriert
 
 
Noch schlimmer,die FDP will die 1 Euro Jobs in Null Euro Jobs umwandeln.Leistung muß sich eben lohnen.
 
4. Geschrieben von: Erik Völter am 11-10-2009 11:25 - Registriert
 
 
Das fatale ist nicht, dass die FDP ein "liberales Bürgegeld" für Ihr Klientel einführen will, darüber kann man diskutieren und es argumentativ ad absurdum führen, schlimm ist, und da hat Matthias absolut Recht, das die Begrifflichkeiten nicht mehr vernünftig zugeordnet werden. Immer wieder ist in den Medien von einem Grundeinkommen zu lesen, wenn es um das Hartz V Modell von Otto Solms geht, daneben gibt es dann das "solidarische Bürgergeld" von Althaus, was sich zumindest der Forderung der Bedingungslosigkeit unterwirft und das BGE, was darüber hinaus den emanzipatorischen Ansatz vertritt. Von den unterschiedlichen Finanzierungsmodellen mal ganz zu schweigen. Die werden sowieso unter den Teppich gekehrt, obwohl gerade die Finanzierung Rückschlüsse auf wahre dahinter stehende Idee zulässt. Wir müssen uns mehr in die online Diskussionen der Medien einbringen, wie Welt online, Spiegel online, Zeit online 
u.s.w. einbringen und immer wieder auf diese Unterschiede aufmerksam zu machen. Ansonsten verwässert eine großartige Idee in falscher Begrifflichkeit. Doch besser Deutsch ins Grundgesetz? Eine Idee muss ja nicht nur in Worten gedacht werden, sondern sie muss auch in verständlichen und Worten vermittelt werden.
 
5. Geschrieben von: Daniel Kuneck am 12-10-2009 23:15 - Registriert
 
 
Nur mal eben so gedacht: 
Zusätzlich zum Versuch der Verwässerung des Begriffes BEG (FDP, Althaus etc.)und den Ablenkungsmanövern (z.Z. Sarazzin -> \"die Ausländer sind schuld\") sehe ich derzeit folgende Problematik den Gedanken des BEG tiefer in die Bevölkerung \"einzupflanzen\". 
Um das BEG denken zu können benötigt man Zeit! Ein Großteil der Bürger hat Die nicht (Alltagsstress)! Selbst der \"Informationswillige\" muss sich mit oft \"Schlagzeilen\" begnügen wenn er \"Up to Date\" sein will. 
Daher könnte ich mir vorstellen, dass man ein paar plakative Slogans für das BEG entwirft um die Neugier auf mehr Informationen zu wecken. Da mir leider nicht so viel Kreativität in die Wiege gelegt wurde kann ich hierzu erstmal nur den Gedanken beisteuern. 
Aber so was wie: ARBEITEN OHNE ANGST! könnte vielleicht bei vielen die \"mit Angst arbeiten\" Interesse hervor rufen. Nur mal eben so gedacht...
 
6. Geschrieben von: Guido Riga am 13-10-2009 15:06 - Registriert
 
 
Daniel,sehr guter Gedanke ! Arbeiten ohne Angst ! Guter Slogen ! 
Es ist in meinem Arbeitsbereich/Betrieb genau das zu beobachten,immer mehr arbeiten mit Angst und Zukunftangst.Lass die FDP sich noch beim Kündigungsschutz durchsetzen und dann ist diese gewollte Angst(was willst du den,draußen sind genügend Leute die deinen Job machen wollen) perfekt.Auch wird immer mehr auf Hierarchie und Hackordnung gesetzt,dass verstärkt noch die Ängste.
 
7. Geschrieben von: Erik Völter am 13-10-2009 20:11 - Registriert
 
 
Hallo Daniel, Hallo Guido, 
wir können nicht darauf hoffen, dsss sich die Menschen aus Angst der BGE Bewegung anschließen. Das hat sogar schon die FDP verstandemn, wenn sie vor heuchelt Hartz IV durch ein "liberales Bürgergeld" ersetzen zu wollen. Die Politiker werden so viele "vertrauensbildende Maßnahmen" ergreifen, von den Medien zumindest als solche verkündet, dass mit "Angstmehrheiten" nicht gerechnet werden kann.Selbst 13 mio Arbeitslose und Job Beängsigte können maximal ein Drittel der Wählergemeinschaft ausmachen und da das Maximum nur zu zweidrittel erreicht werden kann hat man gerade mal die Linkspartei erreicht. Nein, wir müssen das BGE mit Mut zur Veränderung und positiver Stimmung verbreiten. Wir müssen diejenigen erreichen, die keine Angst haben und uns unterstützen um keine Existenzangst zu bekommen. Wer Angst hat greift nach jedem Strohhalm und übersieht das rettende Floß. Das soll nicht bedeuten, dass wir diejenigen aus den Augen verlieren, die uns am meisten brauchen, im Gegenteil - nur dürfen wir diejenigen nicht aus den Augen verlieren, die der BGE Idee mindestens genau so förderlich sind!
 
8. Geschrieben von: Daniel Kuneck am 13-10-2009 22:25 - Registriert
 
 
Hallo Erik, 
danke für deinen Kommentar. Vermutlich habe ich mich falsch ausgedrückt; jedenfalls ist es nicht meine Absicht den Slogan "Arbeiten ohne Angst" als Kampfparole in die BGE-Initiative zu integrieren. 
Er sollte lediglich als Beispiel dem vorher genannten Überlegungen dienen.
 
 
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