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Sprache statt Grundeinkommen
Geschrieben von Jörg Drescher    Bookmark and Share
Donnerstag, 8. 10 2009

Wie Spiegel-Online berichtet, plant die neue Bundesregierung, die deutsche Sprache im Grundgesetz zu verankern. Dafür sprechen sich auch Teile der Opposition aus. Angela Merkel warnte allerdings schon auf dem letzten CDU-Parteitag im vergangenen Winter, dass man aufpassen müsse, solche Festschreibungen im Grundgesetz nicht inflationär zu gebrauchen.

Ob die Bundesregierung es fertig bringt, "Deutsch" zu definieren, bleibt abzuwarten. Der entsprechende Passus soll nach Spiegel-Online wie folgt lauten: "Die Sprache der Bundesrepublik ist deutsch."

Wenn man an die Parole "sozial ist, was arbeit schafft" denkt, die unter vielen Regierungsmitgliedern gilt, kann man vielleicht auch irgendwann erwarten, dass das Recht auf Arbeit (wieder) im Grundgesetz verankert wird - schließlich ist Deutschland ein sozialer Bundesstaat. Damit wäre die Bundesdeutsche Verfassung allerdings nicht mehr all zu weit von der DDR-Verfassung entfernt, wo es in Artikel 24 hieß:

Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen Republik hat das Recht auf Arbeit. Er hat das Recht auf einen Arbeitsplatz und dessen freie Wahl entsprechend den gesellschaftlichen Erfordernissen und der persönlichen Qualifikation. Er hat das Recht auf Lohn nach Qualität und Quantität der Arbeit. Mann und Frau, Erwachsene und Jugendliche haben das Recht auf gleichen Lohn bei gleicher Arbeitsleistung.

Dabei schrieb die Bundesagentur für Einkommen am 1. April 2009 in der Mitteilung zum Antrag eines Bedingungslosen Grundeinkommen:

Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland [...] wird wie folgt geändert: Artikel 2 wird um Artikel 2b ergänzt.

(1) Jeder Bürger hat Anspruch auf das Bedingungslose Grundeinkommen welches monatlich vom Staat ausbezahlt wird.

(2) Das Bedingungslose Grundeinkommen dient der Sicherung der Existenz und es ermöglicht jedem eine gesellschaftliche Teilhabe.

(3) Es steht jedem frei, mit einer Tätigkeit seiner Wahl einen unbeschränkten Betrag hinzuzuverdienen, oder auf Erwerbsarbeit zu verzichten.

(4) Es wird nicht geprüft ob Bedürftigkeit vorliegt.




Kommentare (6)
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1. Geschrieben von: Guido Riga am 08-10-2009 19:08 - Registriert
 
 
Das Grundgesetz soll eindeutig im Wortlaut der "Agentur für Einkommen" geändert werden !!! 
 
Ja was ist eigentlich deutsch ? 
Ich fühle mich als Saarländer,mein Heimatort lag fast die gesamte Geschichte über in Lothringen(also bin ich eher ein Lothringer) und als Dialektsprecher empfand ich die deutsche Hochsprache als künstliche Fremdsprache. 
So wird es wohl bei vielen sein. 
 
Für die Förderung der Dialekte !
 
2. Geschrieben von: Daniel Kuneck am 08-10-2009 23:35 - Registriert
 
 
"Die Sprache der Bundesrepublik ist deutsch." 
"Die Sprache Italiens ist italienisch." 
"Die Sprache Frankreichs ist französisch." und "Wenn die Sonne scheint ist es oft hell draußen". Was soll daran verwerflich sein ? Wenn jeder Dialekt spricht verstehen sich nur Wenige. Ich mag meine Sprache. Haste schon mal Goethe, Schiller oder Fontane gelesen ?
 
3. Geschrieben von: Jörg Drescher am 08-10-2009 23:50 - Registriert
 
 
Und wo wird Neusprech gesprochen? 
Sprache ist etwas lebendiges, die sich entwickelt - und wer auf richtiges deutsch pocht, darf nicht mehr "es macht Sinn" sagen; die Unart "nichtsdestotrotz" (selbst hochrangige Akademiker benutzen das in Büchern, Aufsätzen und Vorträgen!) noch gar nicht erwähnt. 
Sprache dient der Verständigung und ist kein "Grundrecht", das ins Grundgesetz gehört. Sollen die Politiker anfangen, sich dem Volk verständlich zu machen und nicht in einer abgehobenen Sprache zu sprechen, die nur eingefleischte verstehen. Die Zugehörigkeit zu einem Land (und sei es Deutschland) definiert sich nicht darüber, ob man die Sprache beherrscht, die in dem Land (vorrangig) gesprochen wird (sonst wären Taubstumme ausgegrenzt), sondern über das Akzeptieren, Fördern und Leben der (kulturellen) Werte des jeweiligen Landes.
 
4. Geschrieben von: Matthias Dilthey am 09-10-2009 00:40 - Registriert
 
 
Sprache ist eine Art Spiegel des Denkens. Das Denken beeinflusst die Sprache. Aber auch die Sprache beeinflusst das Denken. 
Der Mensch kann nicht denken, was er nicht artikulieren kann und nichts (eigenständig) sprechen, was er nicht denken kann. 
Es handelt sich also um Wechselwirkungen zwischen Sprache und Denken. 
Schreibt man die Sprache in einem Gesetz fest, kommt diese Fixierung einem Denkverbot gleich. Nein, nicht einem Denkverbot, sondern dem Unmöglichmachen eigenständiger Denkansätze. 
Emanzipatorische Politik sollte sich aus solchem Unsinn heraus halten. Es reicht die bereits bestehende Festsetzung, dass die Amtssprache Deutsch ist. 
 
Im Übrigen haben wir bereits heute mehr DDR, als die DDR jemals hatte: 
IM-Gruppe Vorratsdatenspeicherung, IM-Gruppe Video-Überwachung, IM-Gruppe Schengener Abkommen, IM-Gruppe Online-Durchsuchung, IM-Gruppe NPD usw. 
Banken-Verstaatlichung, Absprachen mit der Industrie bezüglich \"Entlassungen erst nach der Wahl\", Wahlkampf ohne klare Aussagen (wie blöd muss ich sein, den Menschen schon heute zu sagen, was ich morgen machen werde). 
Ein Vorschriften-Dschungel, den nicht mal mehr Fachleute durchdringen, was zwangsläufig zu einer politisch verordneten Rechtsbeugung führen muss (wie soll ein Richter entscheiden, der die Gesetze nicht mehr durchblicken kann?). 
 
Ich habe in Albanien viele Freunde, denen ich gerne mal das schöne Frankenland zeigen würde. Ist Euch eigentlich klar, dass es für einen z.B. Afrikaner, Albaner, Ukrainer faktisch fast nicht möglich ist, uns zu besuchen? 
Zustände, wie in der DDR oder sogar schlimmer, wie der \"Cap Anamur-Prozess\" belegt. Nur wurde Ausreise mit Einreise gedreht! 
 
Diese \"Verbrecher gegen die Menschlichkeit\", allen voran Angela Merkel und Wolfgang Schäuble, sollen die Finger von der Verfassung lassen!
 
5. Geschrieben von: Daniel Kuneck am 09-10-2009 01:18 - Registriert
 
 
Naja, so schlecht kann die deutsche Sprache auch nicht sein; immerhin können schon viele Bürger das bedingungslose Grundeinkommen denken!
 
6. Geschrieben von: Guido Riga am 09-10-2009 06:11 - Registriert
 
 
Noch ein Wort zu Daniel,in der Tat - Goethe,Schiller on Fontane kennen mir mol den Bockel ronner rutschen,lou mol lo,lo lait da !
 
 
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