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9 Euro und 75 Eurocent pro Kopf
Geschrieben von Jörg Drescher    Bookmark and Share
Samstag, 3. 10 2009

Das Aktuelle Archiv Grundeinkommen verweist auf einen Aufruf, das BGE-Projekt in Namibia weiterhin zu unterstützen, da es Ende 2009 abläuft. Mit 100 Namibia-Dollar (ca. 9 Euro) wird einer Person in dem Dorf Otjivero ein Monat ohne Existenzangst ermöglicht.

Schaut man sich die Kostenaufstellung der "Krönungswelle" an, zeigt sich, dass dort an 16 Tagen 75 Eurocent pro gekrönten Kopf (37.500 Euro/50.000 Kronen) ausgegeben wurden. Teilt man die Summe (37.500) durch 9 Euro pro Monat und 1.000 Personen, würde den Dorfbewohnern in Namibia ca. 4 Monate lang die Existenzsorge genommen. Das heißt, 12 gekrönte Häupter in Deutschland bescheren statistisch gesehen einer Person in Namibia einen Monat lang Existenzsorgen.

Diese Rechnung ist deshalb interessant, da das "Krönungsteam" in einer Pressemitteilung erklärt, mit dem Gedanken zu spielen, den "Krönungsbus" zu kaufen und auf Europa-Tournee zu gehen. Eine Kostenplanung liegt nicht vor, weshalb nicht gesagt werden kann, wie lange ein Namibier dafür Existenzangst leiden muss.

Bedenkt man die internationale Reaktion(en) auf das Projekt in Namibia, das ein Umdenken in der Entwicklungshilfe nach sich ziehen kann, und setzt dabei die nationale Reaktion der "Krönungswelle" in Vergleich, sollte überlegt werden, welches Projekt dem Grundeinkommen mehr dient.

Dabei steht immer die Menschenwürde im Vordergrund einer BGE-Forderung. Würde ein Grundeinkommen in Deutschland eingeführt, ist nicht abzusehen, wie unwürdig Menschen in den deutschen Botschaften weltweit behandelt werden, die nach Deutschland kommen wollen - selbst wenn sie keine bösen (Migrations)Absichten haben. Schon heute werden Antragssteller eines Visas für Deutschland mit unangenehmen Fragen "belästigt", was weit über das "Unwürdeniveau" von Hartz-IV-Empfängern hinausgeht.




Kommentare (3)
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1. Geschrieben von: Daniel Kuneck am 03-10-2009 13:39 - Registriert
 
 
Das Projekt ist eine feine Sache und zwingend Voraussetzung (gilt natürlich für alle 3-Welt-Länder) für die Einführung des BGE in Germany. Dadurch kann man der Kritik "Völkerwanderung droht nach Einführung des BEG in Deutschland" entgegentreten. 
Noch eine kleine Randbemerkung zu den "Unwürdenniveau" von HartzIV-Empfängern; guckst du hier: 
http://www.youtube.com/watch?v=bIVPjqUgMBc 
Ist doch der Hammer, oder ?!
 
2. Geschrieben von: Erik Völter am 03-10-2009 14:46 - Registriert
 
 
Hallo Jörg, Du machst eine ähnliche rechnung auf, wie ein Arbeitgeber, der seinem Angestellten vermitteln will, dass er nicht mehr als 3 €/Std "wert" ist. Man sollte solche Rechenbeispiele in der BGE Diskussion lieber lassen. Im Gegenzug wird einem dann präsentiert, dass auf Grund der Ausgaben Einnahmen in Höhe von x gegenüberstehen. Das, glaube ich, bringt nicht sehr viel. Wichtig ist aber, und da bin ich ganz bei Dir, dass das Namibia Projekt nicht aus den Augen verloren geht.
 
3. Geschrieben von: Jörg Drescher am 04-10-2009 11:18 - Registriert
 
 
Hallo Erik, 
natürlich ist die Rechnung nicht ganz "sauber", aber die "Krönungstour" ist vorbei und hätte ganz andere Ergebnisse "erzielen" können. Es geht eher darum, ob die "Krönungstour" unbedingt durch Europa fahren muß, wenn die Resonanz schon in Deutschland relativ gering war. 
Außerdem könnte, wenn's schon sein muß, diese Tour als Bewerbung des Projekts in Namibia dienen und nicht zur relativ einseitigen Darstellung der BGE-Idee (der Film von Häni/Schmidt, kein Wort der Migrationsproblematik...). Aufklärung heißt auch, über andere Vorschläge zu berichten, um den Leuten eine wirkliche Wahl zu lassen. Das vermisse ich bei den "Königen"...
 
 
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