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Bei „Direkt zur Kanzlerin“ findet sich ein Anliegen, über ein konsumsteuerfinanziertes Grundeinkommen durch eine Volksabstimmung zu entscheiden. Darin heißt es, dass sich über 150.000 Menschen landesweit für ein Grundeinkommen einsetzen. Das sind bei 82 Mio. Bürgern gerade mal (aufgerundet) 0,002%.
Nimmt man das Ergebnis der Bundestagswahlen, haben sich mehr als 2 Mio. Bürger für Direktkandidaten entschieden, die sich irgendwann einmal mehr oder weniger für ein Grundeinkommen aussprachen (Quelle NWG). Umgerechnet in Prozent, wären das bei 82 Mio. Einwohnern: (aufgerundet) 2,5%.
So klar der Wunsch mancher auch zu verstehen ist, dass sie ein Grundeinkommen haben wollen, so unklar ist, wie es wirklich ausgestaltet werden soll. Der Antrag bei „Direkt zur Kanzlerin“ fordert eine Konsumsteuer mit Wegfall aller anderen Sozialleistungen und ein Grundeinkommen in Höhe von 1.500 Euro.
Über ungelöste Fragen, wie das Migrationsproblem oder an welche Bedingungen die Auszahlung geknüpft werden soll (das „Bedingungslos“ in der Bezeichnung eines BGEs bezieht sich auf 3 internationale, bzw. 4 deutsche Kriterien), wird in dem Antrag mit der Bemerkung hinweggetäuscht, dass dies möglich sei und Frau Merkel das auch wisse.
Was, wenn sich das Volk in der Abstimmung gegen das Grundeinkommen entscheiden würde? Wäre das dann das endgültige Aus für die Idee in Deutschland und würden sich die Befürworter damit zufrieden geben? Oder müsste die Wahl (ähnlich wie bei dem Lissabon-Vertrag in Irland) so oft wiederholt werden, bis das Ergebnis dem Antragsteller entspricht?
Noch schlimmer aber: Was, wenn sich das Volk für das Grundeinkommen ausspricht? Wer soll dann die Grenzen bewachen, wenn der Grenzbeamte ein Grundeinkommen in Höhe von 1.500 Euro bekommt und sich nicht mehr mit den Migranten beschäftigen will, die ihm sein Leid klagen, um ins „heilige Land“ zu kommen, wo es „Geld für Nichts“ gibt?
Das einzige, was diese Forderung hat, ist eine Signalwirkung, dass sich die Politik offen(er) mit dem Thema Grundeinkommen beschäftigen und auf einen Dialog mit dem Volk eingehen soll, bei dem Argumente über das Für und Wider sachlich ausgetauscht werden. Die blauäugige Hoffnung, dass etwas realpolitisch folgt, entbehrt leider jeder Vernunft.
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