Die Armutsfrage ist für die Ukraine nichts ungewöhnliches, worüber man mit Interesse sprechen kann, aber etwas distanziert. Sie betrifft fast jeden, da sogar jene, die ihr Einkommen als durchschnittlich oder hoch bezeichnen, ständig mit der Angst der Instabilität leben. Das, was wir für gewöhnlich als Durchschnittseinkommen bezeichnen, wird auf Weltniveau als Armut bewertet.
Über Länder der dritten Welt muss man erst gar nicht reden. Dort gehört der Tod durch Hunger oder Infektionskrankheiten schon zum normalen Leben der Armen. Es gab schon immer Menschen, die davon betroffen waren und Menschen, die darunter litten. Es existierten und bestehen Versuche, dieses Problem in der Art zu lösen, die Ressourcen unter allen Gesellschaftsmitgliedern gleich zu verteilen und damit eine weltweite Gerechtigkeit und Gleichheit aller Menschen zu erreichen.
Aber diese Idee gilt als utopisch und unreal, da jemand, der über Ressourcen verfügt, einen Weg finden wird, seinen Besitz zu vervielfachen, oder andernfalls, innerhalb kurzer Zeit zu verprassen. Und in Kürze wird die selbe Ungleichheit entstehen. Die Frage besteht dabei in der Bereitschaft, selbständig Lösungen zu finden und für jene auch die Verantwortung zu tragen. Natürlich hat nicht jeder Führungsqualität und viele Leute benötigen einfach Arbeit, bei der man nur eine Funktion erfüllen muss, aber nicht mehr. Aber was, wenn es schwer ist, eine solche Arbeit zu finden?
Die Angst vor einem Leben in Armut oder irgendeines Einkommens beeinflusst alle Lebensbereiche. Abiturienten suchen sich einen Berufseinstieg, der ihnen nicht gefällt, aber bei dem es ein gutes Gehalt und Perspektiven gibt. Somit erhalten wir Spezialisten, die ihren Beruf nicht mögen und entsprechend auch tatsächlich schlecht erledigen.
Eine neue Alternative zur Lösung von Armut ist das Bedingungslose Grundeinkommen. Was ist das? Es ist ein minimales Einkommen, das alle Mitglieder einer Gesellschaft monatlich bekommen – unabhängig davon, ob sie arbeiten oder nicht und egal, wie viel sie verdienen. Ein guter Ansatz, aber es besteht die Frage: Wird damit nicht vielen die Motivation genommen, überhaupt noch zu arbeiten, wenn sie monatlich ein Grundeinkommen erhalten, das zum Leben ausreicht?
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