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Zeit, unser System zu bedenken
Geschrieben von Matthias Dilthey    Bookmark and Share
Dienstag, 15. 09 2009

Auch konservative Kreise scheinen langsam zu erkennen, dass ein emanzipatorisches BGE lediglich Werkzeug für einen neuen Gesellschaftsvertrag ist, keinesfalls das Ziel.

So stellt Welt-Online in der heutigen Ausgabe die Frage nach dem Menschenbild, das unserem heutigen Gesellschaftsvertrag zu Grunde liegt:
Das Menschenbild von Hartz IV geht davon aus, dass man den Menschen zu seiner Arbeit drängen muss. Das ist ein Bild, das die Individualität des Menschen, aber auch seine Freiheit nicht anerkennt.

Über ein vielleicht zukünftiges Menschenbild veröffentlicht das Blatt:
Das Menschenbild des Sozialschmarotzers ist in Deutschland weit verbreitet, daher wird befürchtet, dass viele Menschen bei einer Grundsicherung nicht mehr arbeiten würden. Dem ist in Wirklichkeit aber nicht so. Die Menschen würden lediglich anders arbeiten, die einen weniger, die anderen in einem anderen Bereich. Die Menschen würden nicht zur Arbeit gehen, weil sie müssen, sondern weil sie wollen. Daraus ergäben sich unvorstellbare Möglichkeiten für die Gesellschaft.

Der Beitrag wurde im Rahmen des Wettbewerbs "Wahlreporter 2009" veröffentlicht und hat somit noch nicht die Breitenwirkung, die ein redaktioneller Beitrag erzielen könnte.
Aber immerhin zeigt die Veröffentlichung, dass Die Welt erkannt hat, dass es eine Bewegung "Neuer Gesellschaftsvertrag" gibt und ist somit näher an den Menschen als Edmund Stoiber. Er hat bei Anne Will vom 13.09.09 die Existenz von Bürgerbewegungen mit einer anderweitigen, also z.B. emanzipatorischen bzw. jovialen ideologischen Ausrichtung schlichtweg negiert.

Und so endet Wahlreporter MARTIN MICKIEWICZ seinen Artikel zu Recht mit der Feststellung Das bedingungslose Grundeinkommen ist keine wirtschaftliche Frage - sie ist eine moralische.




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