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500-600 Euro (Dieter Althaus)
600-800 Euro (neuerdings Götz Werner), 1500 Euro (Susanne Wiest in ihrer Petition), 2500 Euro (Horst Schlämmer), 800.000 Euro (freud'scher Versprecher von Götz Werner bei Minute 6:42) - wie viel darf oder soll das Grundeinkommen denn sein?
Das Netzwerk Grundeinkommen definierte Kriterien eines Grundeinkommens und darin auch die Höhe wie folgt: "die Existenz sichern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen".
Aber wie viel sichert die Existenz und was ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe? Das Netzwerk spricht sich zum Beispiel gegen die Vorschläge von Althaus aus. Dabei ist nicht bekannt, wieviel 500-600 Euro in einer zukünftigen Grundeinkommensgesellschaft "wert" wären (vgl. Ausnahmen schaffen Arbeit).
Selbst wenn man von der heutigen Kaufkraft ausgeht, wäre ein Grundeinkommen in Höhe von 600-800 Euro (nach Werner) für jemanden in Berlin vielleicht ausreichend, für einen anderen in München zu wenig. Derjenige, der Miete bezahlen muss, vergibt sein "Recht auf gesellschaftliche Teilhabe" und ist vielleicht doch (gegen die Kriterien) gezwungen, arbeiten zu müssen, während ein Wohnungseigentümer sich sehr viel "gesellschaftliche Teilhabe" leisten kann, wenn er gleich viel bekommt, wie ein Mieter.
Der Streit ums Geld dominiert die Grundeinkommensszene mindestens genauso stark, wie der Streit ums "richtige Finanzierungsmodell". Dabei ging Matthias Dilthey in seinem Modell längst den Weg, keine konkreten Zahlen zu benutzen, sondern die Armutsgrenze der Europäischen Union als Maßstab zu verwenden: 60% des Durchschnittseinkommens. Dabei werden auch Mieteinnahmen zum Durchschnittseinkommen gerechnet, womit der Mieter dann mit seiner Miete zur Grundeinkommenshöhe beiträgt.
Dilthey sagt auch, dass das Auskommen erreicht ist, wenn ein Mensch zu sparen beginnen kann. Das ist sehr individuell, denn der eine braucht für sein Auskommen (rein biologisch bedingt) mehr, der andere weniger.
Ein Grundeinkommen kann vom Gesichtspunkt der vom Netzwerk Grundeinkommen definierten Zielsetzung nicht gerecht sein. Deshalb unterscheidet sich die Definition von BIEN, die gar nicht auf eine Höhe eingeht.
Wir sollten uns vielleicht fragen, wie viel wir uns als Grundeinkommen gönnen wollen. Die Bundestagsabgeordneten können dies in der Regel, da sie ihre Tätigkeitsvergütungen selbst festlegen. Warum nicht auch wir?
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