Umfrage

Welche Berufsgruppe ist am ehesten für Arbeitslosigkeit verantwortlich?
 

Login

Benutzername

Passwort

Angemeldet bleiben
Passwort vergessen?

Noch kein Benutzerkonto?
Registrieren

Nachrichten arrow Nachrichten arrow Wissen wir, wieviel wir wollen?
Wissen wir, wieviel wir wollen?
Geschrieben von Jörg Drescher    Bookmark and Share
Samstag, 5. 09 2009

500-600 Euro (Dieter Althaus) 600-800 Euro (neuerdings Götz Werner), 1500 Euro (Susanne Wiest in ihrer Petition), 2500 Euro (Horst Schlämmer), 800.000 Euro (freud'scher Versprecher von Götz Werner bei Minute 6:42) - wie viel darf oder soll das Grundeinkommen denn sein?

Das Netzwerk Grundeinkommen definierte Kriterien eines Grundeinkommens und darin auch die Höhe wie folgt: "die Existenz sichern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen".

Aber wie viel sichert die Existenz und was ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe? Das Netzwerk spricht sich zum Beispiel gegen die Vorschläge von Althaus aus. Dabei ist nicht bekannt, wieviel 500-600 Euro in einer zukünftigen Grundeinkommensgesellschaft "wert" wären (vgl. Ausnahmen schaffen Arbeit).

Selbst wenn man von der heutigen Kaufkraft ausgeht, wäre ein Grundeinkommen in Höhe von 600-800 Euro (nach Werner) für jemanden in Berlin vielleicht ausreichend, für einen anderen in München zu wenig. Derjenige, der Miete bezahlen muss, vergibt sein "Recht auf gesellschaftliche Teilhabe" und ist vielleicht doch (gegen die Kriterien) gezwungen, arbeiten zu müssen, während ein Wohnungseigentümer sich sehr viel "gesellschaftliche Teilhabe" leisten kann, wenn er gleich viel bekommt, wie ein Mieter.

Der Streit ums Geld dominiert die Grundeinkommensszene mindestens genauso stark, wie der Streit ums "richtige Finanzierungsmodell". Dabei ging Matthias Dilthey in seinem Modell längst den Weg, keine konkreten Zahlen zu benutzen, sondern die Armutsgrenze der Europäischen Union als Maßstab zu verwenden: 60% des Durchschnittseinkommens. Dabei werden auch Mieteinnahmen zum Durchschnittseinkommen gerechnet, womit der Mieter dann mit seiner Miete zur Grundeinkommenshöhe beiträgt.

Dilthey sagt auch, dass das Auskommen erreicht ist, wenn ein Mensch zu sparen beginnen kann. Das ist sehr individuell, denn der eine braucht für sein Auskommen (rein biologisch bedingt) mehr, der andere weniger.

Ein Grundeinkommen kann vom Gesichtspunkt der vom Netzwerk Grundeinkommen definierten Zielsetzung nicht gerecht sein. Deshalb unterscheidet sich die Definition von BIEN, die gar nicht auf eine Höhe eingeht.

Wir sollten uns vielleicht fragen, wie viel wir uns als Grundeinkommen gönnen wollen. Die Bundestagsabgeordneten können dies in der Regel, da sie ihre Tätigkeitsvergütungen selbst festlegen. Warum nicht auch wir?




Kommentare (2)
RSS Kommentare
1. Geschrieben von: Guido Riga am 06-09-2009 07:30 - Registriert
 
 
Natürlich ist die Forderung von Susanne Wiest (1500 Euro)Grundeinkommen mir sehr sympatisch aber von den BGE -Modellen ist das Dilthey - Modell das am besten durchdachte und setzt nicht nur auf Konsumbesteuerung. 
Die Höhe eines BGE sollte mindestens bei 900 - 1000 Euro Netto betragen ! Natürlich mit Anpassungen z.B.Inflation. 
Ganz Einfache Berechnungsgrundlage : Meine eigene Situation ! 
Arbeitnehmer (Facharbeiter)100% Job, geschieden,3.Unterhaltspflichtige Kinder.Abzüglich Unterhaltsleistung bleiben mir ca.900 Euro für alles andere wie Miete,Lebenshaltungskosten u.s.w..und das seit 5 Jahren. 
Von Luxus keine Spur,dass einzige was ich für mich mal leisten kann ist ab und wann mal ein Buch kaufen oder mal Schwimmen gehen (zur Erhaltung der Arbeitskraft).Allerdings kann ich nicht noch zusätzlich arbeiten gehen da ich schon 100%arbeite und meine freie Zeit brauche um nicht krank zu werden.Da wäre ein BGE schon prima.
 
2. Geschrieben von: Guido Riga am 06-09-2009 17:49 - Registriert
 
 
Herr Westerwelle (FDP) hat nichts besseres zu tun als mal wieder gegen die angeblichen "Sozialschmarotzer"zu wettern denen es noch zu gut geht,da wird die nächste Runde von Sozialkürzungen vorbereitet.Bestimmt steigt bald die Bildzeitung ein mit dem Aufmacher "Floridaoskar" zieht um nach Tahiti und lässt sich sein Hartz 4 überweisen. 
 
So wird in unserem Land "Meinung" gemacht, Leistung muß sich eben lohnen (FDP),dabei hat Westerwelle sicher nicht an den Bauarbeiter oder die Krankenschwester gedacht (Leisten die überhaupt etwas ? Krankenschwester trinken ja bekanntlich nur Kaffee wie mal eine Bundessozialministerin unter H.Kohl vermerkte). Natürlich leisten in diesem unserem Lande nur "Leistungsträger" etwas und die sind bekanntlich zumeist Mitglieder einer bestimmten Partei. 
 
Hut ab von Leuten die sich trauen (aus der Not)Pfandflaschen zu sammeln und Lebensmittelabfälle zu essen - Herr Westerwelle !
 
 
< zurück   weiter >