BGE-Portal - Sommerinterview: Oskar Lafontaine zum BGE

Login


Benutzername

Passwort

Angemeldet bleiben
Passwort vergessen?

Noch kein Benutzerkonto?
Registrieren

Nachrichten arrow Nachrichten arrow Sommerinterview: Oskar Lafontaine zum BGE
Sommerinterview: Oskar Lafontaine zum BGE
Geschrieben von Matthias Dilthey    Bookmark and Share
Montag, 3. 08 2009

Beim ARD-Sommerinterview mit dem Vorsitzenden der Linkspartei bezog Oskar Lafontaine Stellung zum BGE:

User-Frage 2: Was halten Sie vom bedingungslosen Grundeinkommen für alle als Lösung unserer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme?

Lafontaine: Das ist eine Vision, der viele anhängen, dass sie sagen, wir wollen den Druck etwa der Hartz-IV-Empfänger wegnehmen. Wir wollen den Druck der Menschen, die für niedrige Löhne arbeiten, wegnehmen, indem wir allen ein Grundeinkommen garantieren. Das schafft mehr Freiheit. Das Problem ist nur, dass sich diese Forderung mit unserem Gesellschaftsvertrag nicht vereinbaren lässt. Unser Gesellschaftsvertrag ähnelt der einer Familie: Die, die krank sind, die zu alt sind, die zu schwach sind, die sollen nicht arbeiten. Aber die arbeiten können, die sollen dann auch arbeiten und zum Wohlstand beitragen. Und deshalb wird die Idee des Grundeinkommens für lange Zeit noch eine gute Idee bleiben, aber sie wird nicht realistisch sein. Ich habe also beispielsweise in einer Fernsehdiskussion einem der Vertreter die Frage gestellt: Soll das Grundeinkommen angerechnet werden oder nicht? Und da hat er gesagt, es soll selbstverständlich angerechnet werden. Dann habe ich gesagt, ja dann können Sie niemandem erklären, dass der Taxifahrer hier in dem Haus, der hat dann 1100 Euro und sein Nachbar hat auch 1100 Euro und der arbeitet nicht, der andere sitzt zwölf Stunden hinterm Bock, das geht nicht.

Leider hat Oskar Lafontaine keine Antwort auf die nicht gestellte, aber dennoch offene Frage gegeben, ob der heute gültige Gesellschaftsvertrag noch zeitgemäß ist und wie er sich die Erfüllung dieses Gesellschaftsvertrags zukünftig vorstellt.

Immer mehr Menschen glauben offensichtlich nicht mehr daran, dass sich dieser Gesellschaftsvertrag noch erfüllen lässt und reagieren mit Wahlverweigerung. Diese Enthaltung ist durchaus verständlich.
Denn aus Sicht derer, die nicht mehr an den auf Erwerbsarbeit basierenden Gesellschaftsvertrag glauben, stellen alle im September wählbaren Parteien lediglich eine Alternative zwischen Aids, Pest und Cholera dar.
Einzig die Partei sozial gerechter Demokratie möchte den bestehenden Gesellschaftsvertrag aufkündigen und durch einen neuen, emanzipatorischen Vertrag ersetzen. Aber diese einzig wirkliche Alternative steht im September nicht zur Wahl.


Kommentare (2)
RSS Kommentare
1. Geschrieben von: Guido Riga am 04-08-2009 10:21 - Registriert
 
 
Lieber Oskar,der neue Gesellschaftsvertrag beinhaltet das jeder Mensch bedingungslos willkommen,angenommen ist - egal ob er jung,alt,krank oder leistungsfähig ist. 
 
Mit einem bGE kann nun jeder selbstbestimmt wählen ob er was dazu verdienen möchte. 
Im genannten Beispiel ist der Taxifahrer nicht mehr gezwungen 12 Stunden täglich zu arbeiten und sein Nachbar wird sich was dazuverdienen - denn der Mensch möchte tätig sein und sich nützlich zeigen. 
 
Hier möchte ich davor warnen das bGE alleine durch eine Konsumsteuer zu finanzieren und damit die Unternehmen und Kapitaleigner aus ihrer sozialen Pflicht vollständig freizustellen. Für ein bGE sind Mischfinanzierungen angezeigt. 
 
Die "Partei sozial gerechter Demokratie" hat in der Tat sehr gute Ansätze. 
Warum nimmt sie an der Bundestagswahl 09 nicht teil ? 
 
Mein Rat - In der Zukunft sollte diese Partei eine gute Bündnisspolitik betreiben und für die Bundestagswahlen 13 eine Wählerliste organisieren.
 
2. Geschrieben von: Markus Labs am 13-08-2009 20:36 - Registriert
 
 
Komisch nur, dass bei dem Bild der Familie immer davon ausgegangen wird das sie auf jede Arbeitskraft angewiesen ist und nicht schon ein grosses Vermögen besitzt. Wenn wir also immer hören, Deutschland ist ein reiches Land, dann sollte das auch auf diese Familie bezogen werden.  
 
Hier ist also eher wichtig, daß einzelne Mitglieder gute Ideen haben womit sich in Zukunft Geld verdienen lässt und nicht alle arbeitfähigen Kräfte täglich in die Kohlegruben geschickt werden. Das bedeutet auch, daß alte Menschen auch noch ziemlich gute Ideen beitragen können und nicht zum "alten Eisen" gehören.  
 
Zum anderen Thema. Der Taxifahrer bekommt doch auch 1100 Euro ohne zu arbeiten. Er wird also am Ende mehr rausbekommen für seine 12 Arbeitsstunden.
 
 
< zurück   weiter >