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Jörg Marx, Freier Journalist und Organisationsberater mit den Schwerpunkten Soziales, Non Profit Organisationen / Sozialwirtschaft und Social Communications setzt sich in seinem Blog erneut mit D4U und Willi Weise auseinander. Der gut recherchierte Artikel zieht das folgende Fazit:
Der Irrglaube an die Natürlichkeit sozialer Prozesse, die man nicht gestalten, sondern nur durchsetzen muss, und das Vorherrschen von Ressentiments finden sich auch bei anderen dubiosen Gruppen, die mit dem Grundeinkommen werben. Etwa bei der Willi Weise Bewegung.
Die Argumentation hat dabei immer dasselbe krude Muster: Die Reichen vermehren ihren Reichtum durch “unnatürliche” Zinsen. Schafft man das Zinssystem ab, kommt irgendwie das “natürliche” Grundeinkommen am Ende heraus. Das Grundeinkommen ist also nicht mehr als eine Projektionsfläche.
Je näher die Bundestagswahl nun rückt, desto öfters sieht sich die in Inititiativen und Netzwerke zersplitterte Grundeinkommensbewegung mit solchen Gruppen konfrontiert. Die D-BÜ hat die Beteiligung an der Bundestagswahl zum 29. Juni angezeigt und sucht, ebenso wie die Willi Weise Bewegung, zurzeit den Kontakt zu Grundeinkommensinitiativen.
Jörg Marx endet jedoch mit einer richtigen, aber halbherzigen Feststellung:
Diese scheinen völlig überrascht zu sein. Und auch überfordert. Denn letztlich prallen hier zwei entgegengesetzte Welten aufeinander. Hier die offene Diskussionskultur, dort das aggressive Stakkato der vermeintlich Entrechteten, die ihr Recht fordern und es als Gerechtigkeit verkaufen. Langsam hat sich aber in der Grundeinkommensbewegung herumgesprochen, dass nicht überall, wo Grundeinkommen draufsteht, auch ein Grundeinkommen drinnen ist.
Halbherzig deswegen, weil ein BGE je nach Ausgestaltung von "Unten nach Oben", von "Oben nach Unten" oder auch nur innerhalb der "Armen" umverteilen kann. Die Grundeinkommensbewegung ist, wie Marx richtig feststellt, überfodert, weil vielen Akteuren innerhalb der Bewegung das nötige Fachwissen bezüglich der soziologischen und fiskalischen Zusammenhänge fehlt.
Viele sind von der BGE-Idee so verblendet fasziniert, nur weil sie ein Buch von Götz Werner gelesen haben oder den in der Darstellung absolut einseitig aufgebauten Hochglanz-Film zweier Schweizer Selbstdarsteller gesehen haben, dass sie weder "die Wölfe im Schafspelz" (Marx) erkennen, noch erkennen wollen, dass es eine Vielzahl unterschiedlichst wirkender BGE-Modelle gibt.
Aber auch Prof. Götz Werner scheint völlig überfordert: Im letzten Newsletter seiner Initiative "Unternimm die Zukunft" ist eine Empfehlung für "Willi Weise" zulesen:
Inzwischen gibt es mindestens fünf parteilose Direktkandidaten, die sich in ihrem Wahlkreis für ein Bundestagsmandat bewerben und sich klar für ein
Bedingungsloses Grundeinkommen aussprechen (siehe auch www.williweise.de ) Sie können die Kandidaten, wenn Sie in deren Wahlkreis gemeldet sind, mit Ihrer Unterschrift unterstützen
Angesichts der fundierten Kritik, sowohl innerhalb der BGE-Initiativen, als auch bei Marx-Blog und BGE-Portal, stellt sich mir die Frage, ob der Professor noch weiß, was er mit seiner Empfehlung für "Willi Weise" schreibt.
Das BGE ist wie Beton: Es kommt darauf an, was man daraus macht!
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