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Zeit ist Geld PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Jörg Drescher    Bookmark and Share
Samstag, 27. 06 2009

Wenn man sich Gedanken über das Grundeinkommen macht, muss man sich zwangsläufig auch Gedanken über Geld machen. Viele verstehen Geld als Maßeinheit für Wert. Wie man eine Länge in Metern misst oder Gewichte in Gramm so misst man den Wert in Geld. Dabei setzt der Volksmund oftmals Zeit und Geld gleich. Gibt es Parallelen zwischen diese beiden Maßeinheiten?

Der Volksmund setzt Zeit und Geld aus dem Grund gleich, weil Arbeitszeit und Einkommen im Zusammenhang stehen. Dabei fragt niemand nach, was es mit Zeit auf sich hat und ob es noch andere Gemeinsamkeiten gibt.

Bei Wikipedia ist zu lesen, Zeit sei eine Abfolge von Ereignissen und habe deshalb nur eine Richtung. Sie beschreibe das Fortschreiten der Gegenwart, die aus einer Vergangenheit kommt und sich in eine Zukunft bewegt. Dies trifft nicht immer auf Geld als Wertmaßstab zu, da Werte in die Zukunft gerichtet abnehmen können (z.B. Verderben von Nahrungsmitteln). Umgekehrt bedarf es manchmal Geld, um Werte zu vernichten: Zum Beispiel den Abriss eines Hauses.

Löst man Zeit von der Gegenwart, so ist sie ein Maßstab für Veränderung. Von Ereignis A bis zu Ereignis B dauerte es X Zeit. Und diese Zeit ist nach der Relativitätstheorie vom Bezugssystem abhängig. Dies gilt auch für Geld: Eigentum A wechselt zu Eigentümer B durch die Geldmenge Z. Auch hier ist die Geldmenge von einem Bezugssystem abhängig.

Eine weitere Ähnlichkeit zwischen Zeit und Geld ist, dass es sich bei den fließenden Ereignisübergängen um subjektive Phänomene handelt. Sie entziehen sich jeder physikalischen Beschreibung oder gar Erklärung.

Wikipedia  weiß weiter, dass Zeit eng mit dem Kausalitätsbegriff (Ursache und Wirkung) zusammen hängt. Die Vergangenheit ist unveränderlich, sie kann nicht von gegenwärtigen Ereignissen beeinflusst werden. Die Zukunft hingegen hängt von der Gegenwart ab, kann also durch Ereignisse oder Handlungen in der Gegenwart beeinflusst werden.

Beim Geld ist es ähnlich: Geld hat man nicht einfach, sondern es muss irgendwoher kommen. Wie viel Geld man zu einem bestimmten Zeitpunkt hat, ist Ergebnis von Handlungen der Vergangenheit (daher lehnen manche das Grundeinkommen ab, weil sonst die Kausalität gebrochen wäre). Die Zukunft hängt oftmals auch davon ab, wie viel Geld in der Gegenwart zur Verfügung steht. Und diese Menge in der Gegenwart beeinflusst Ereignisse oder Handlungen in der Zukunft.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Geld und Zeit ist allerdings, dass man Zeit weder lagern, noch transportieren kann. Das sehen allerdings konservative Gegner eines Grundeinkommens anders, indem sie daran festhalten, dass Zeit Geld ist. Schließlich gibt es, wie hier gezeigt, Parallelen.

 

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