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Cactus pro Grundeinkommen
Geschrieben von Jörg Drescher    Bookmark and Share
Freitag, 19. 06 2009

Im Heft 2/2009 widmet sich der Cactus (Stadtzeitschrift von Meran/Südtirol) in einer Ausgabe zweisprachig (deutsch/italienisch) dem Thema Grundeinkommen. In der Einleitung heißt es:

1000 Euro im Monat bar auf die Hand, ohne jede Gegenleistung. Wer würde dazu nicht Ja sagen? Wer wollte nicht leben wie im Paradies oder wie im Schlaraffenland, wo einem die gebratenen Tauben bekanntlich auch ins Maul geflogen sein sollen? Nur: Verrückt ist die Idee halt, reine Utopie. Außerdem natürlich unmoralisch, denn wer nicht arbeitet, soll wenigstens hungern. Außerdem: Wer soll das überhaupt bezahlen? Und wenn: Wer würde da noch arbeiten? Sicher niemand, höchstens wir selbst noch ein bisschen und nur, wenn die Arbeit auch Spaß macht oder besonders gut bezahlt würde…

Und doch: Seit rund 500 Jahren machen sich Menschen, und nicht die blödesten unter ihnen, ernsthaft Gedanken über das Modell des bedingungslosen Grundeinkommens für alle. Aktuell wird die Debatte wieder rund um die Welt - auch in Südtirol - und quer durch alle Parteien mit großem Ernst geführt. Da und dort gibt es bereits Modellversuche und die Ergebnisse lassen auch Skeptiker aufhorchen. Vielleicht kommt diese Idee also gerade zurecht, um die Welt aus der Wirtschaftkrise zu retten: Die Staatsmilliarden gehen direkt an die Menschen anstatt an marode Betriebe und fallierte Banken. Das wäre doch eine Perspektive, meint die Cactus-Redaktion.




Kommentare (2)
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1. Geschrieben von: Christian S. am 19-06-2009 19:11 - Registriert
 
 
Wer an der Maxime "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" heute noch festhält, der ist einfach im Zeitalter der Selbstversorgung stehengeblieben. 
 
Durch stetige Effizienzsteigerungen und Automatisierung gibt es garnicht mehr genügend Arbeit für alle. 
 
Möglichkeiten: Arbeitszeitverkürzung (im Moment lassen sich viele sogar noch zu unbezahlten Überstunden nötigen), 
steigende Arbeitslosigkeit (Erwerbsarbeit wohl gemerkt), zurück zu mehr Handarbeit (also Maschinen abschaffen) - oder vielleicht denken wir doch irgendwann ernsthaft über ein Grundeinkommen nach. 
 
Spätestens wenn man zu den "Verlierern" gehört wird man anfangen sich Gedanken zu machen (oder doch wieder auf die, die "uns" die Arbeitsplätze wegnehmen schimpfen). 
 
Das letzte Jahrhundert hat uns freie Information gebracht (das Internet) - auch wenn das einigen ein Dorn im Auge ist - für dieses Jahrhundert nehmen wir uns das Grundeinkommen vor.
 
2. Geschrieben von: Guido Riga am 20-06-2009 11:07 - Registriert
 
 
Wer hat eigentlich diesen blöden Satz erfunden "Wer nicht arbeitet,soll auch nicht essen" ? Es gibt immer noch Gesellschaften auf unserer Erde,die in ihrer Sprache den Oberbegriff "Arbeit"gar nicht kennen,höchstens als Fremdwort aus Europa.
 
 
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