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Studie „Vision Deutschland. Neue Wege in die Welt von morgen“
Geschrieben von Matthias Dilthey    Bookmark and Share
Sonntag, 14. 06 2009

Anlässlich 30 Jahre Zukunftsforschung bei der Stiftung für Zukunftsfragen veröffentlicht das Institut unter Leitung von Prof. Dr. Horst W. Opaschowski die Studie „Vision Deutschland. Neue Wege in die Welt von morgen“.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Deutschland am Beginn einer Periode der Erneuerung steht – mit der Konsequenz: Die Zukunft wird neu entdeckt. Zukunftsvisionen werden nicht länger nur mit Produktvisionen verwechselt. Und mehr mit unternehmerischem Mut als mit Staatsgläubigkeit wollen die Bundesbürger Wege in die Zukunft beschreiten und dabei auch Umwege nicht scheuen.
Die Studie gelangt zu dem hoffnungsvollen Ergebnis: Was die Pioniere und amerikanischen Siedler einst geschafft haben, ist in Deutschland die historische Wiederaufbauleistung der Nachkriegsgeneration gewesen. Jetzt in Zeiten der weltweiten Wirtschaftskrise beginnt eine zweite Wiederaufbauleistung, bei der die Bürger Spuren und nicht nur Staub hinterlassen wollen. Wann, wenn nicht jetzt? Die Ärmel aufkrempeln und Deutschland erneuern: Visionen haben, Innovationen wagen – und loslegen! Unternehmergeist und Innovationsbereitschaft, Initiative und Verlässlichkeit können das neue „Made in Germany“ werden. Die Gesellschaft in Deutschland wird nach der Krise eine andere sein – eine selbstbewusstere und solidarischere Gesellschaft mit starken Bürgern.

Somit bereitet Prof. Opaschowski Hoffnung, dass die Zeiten der Bevormundung der Bürger durch Politiker und Staat bald der Vergangenheit angehören könnten. Dass der heute gültige Gesellschaftsvertrag, der auf Erhalt der Erwerbsarbeit "um jeden Preis" basiert, aufgekündigt wird und durch ein jovialen Gesellschaftsvertrag ersetzt wird.
So gelangen wir zu einem emanzipatorischen Sozialstaat, der die in der Studie aufgezeigten Visionen der Menschen weitgehend einlösen könnte:

Haushaltsroboter? Cyber-Brille, 3-D-Fernsehen und intelligente Kühlschränke? Nichts davon soll Zukunftswirklichkeit werden, wenn es nach den Wünschen und Forderungen der Deutschen geht. Die Frage „Was kommt nach der Krise?“ beantworten die Bundesbürger mit dem Hinweis auf die notwendige Erhaltung und Verbesserung der Lebens- und Umweltqualität in Deutschland. Ganz obenan stehen die Wünsche nach kostenloser Kinder-, Familien- und Altenbetreuung (92%), nach Therapien schwerer Krankheiten von Alzheimer bis Aids (96%) sowie nach vorrangiger Förderung der Wind- und Solarenergienutzung (87%). Dies geht aus der neuen Studie „Vision Deutschland“ der BAT Stiftung für Zukunftsfragen hervor, in der repräsentativ 2.000 Personen ab 14 Jahren nach ihren Zukunftsvorstellungen gefragt wurden.
„Über alle Lebensphasen hinweg wollen die Deutschen in Zukunft wieder mehr im sozialen Wohl-Stand leben. Sie hoffen dabei auf die Unterstützung des Staates, der Wirtschaft und der Wissenschaft“, so Prof. Dr. Horst W. Opaschowski, der Wissenschaftliche Leiter der Stiftung und Autor der neuen Zukunftsstudie: „Die Bundesbürger halten wenig von Erfindungen für den Augenblick. Nur nachhaltige Innovationen können ihrer Meinung nach anhaltenden Wohlstand und persönliches Wohlergehen auf Dauer gewährleisten.“
Die Deutschen haben ganz konkrete Vorstellungen, wie aus ihren Visionen von heute technologische und soziale Innovationen von morgen werden können.

Auch wenn, so die Studie, die nächste Generation von Zukunftspessimismus wenig wissen will. Sie versteht sich als Akteur der Zukunft und will sich nicht nur auf den Staat und die Politik verlassen. Sie will selbst etwas bewegen und auch im eigenen Interesse alles tun, was „uns“ gemeinsam vorwärts bringt. Opaschowski: „Da wird der Solitär zum Solidär: Aus der Gesellschaft der Ichlinge wird eine Gemeinschaft auf Gegenseitigkeit.“ so offenbart sich ein Widerspruch bei den Wünschen der Deutschen:
Einerseits wird auf Umweltschutz und Lebensqualität durch länger haltbare Produkte (82%) gesetzt, andererseits wird, besonders bei jüngeren Befragten (+ 9%), mehr Erwerbsarbeit gefordert. Dabei sind es doch gerade die immer kürzer werdenden Produktzyklen, die uns heute zumindest teilweise die Erwerbsplätze sichern.

Leider lässt die Studie offen, ob die Forderung nach einem "Mehr an Erwerbsarbeit" aus Gründen der Beschäftigung ansich, oder aus Gründen der Auskommenssicherung heraus erhoben wird.
Das Auskommen wird im emanzipatorischen Sozialstaat durch ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) gesichert ...


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