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Auf taz.de gibt es ein Interview mit Antonio Negri, ein bedeutender Vertreter der neomarxistischen Strömung. Er kritisiert darin, dass die radikale Linke nicht versteht, was eigentlich vor sich geht. Das Kapital, in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen, durchdringe die gesamte Lebenswelt und erfasse alles, was Wert haben kann. "Wirklicher Reichtum" wird nicht mehr allein in Fabriken produziert, wie manche Linke nicht müde werden zu meinen, sondern ebenso in Universitäten, im Alltag, in Städten, in allen Äußerungen des Reichtums, den die Sprachen unserer Gesellschaften hervorbringen.
Negri erzählt von den 1950/60ern, als sich der Kampf gegen die Akkord-Arbeit richtete, um in einem Punkt zusammenzulaufen: Der Wiederaneignung der Zeit. Heute seien es aber drei Pole: das globale Bürgerrecht, das mit den Bewegungen der Migration verknüpft ist, das bedingungslose Grundeinkommen, mit dem die Prekarität ins Spiel kommt, und die Wiederaneignung des Wissens und des Lebens, was auf die Probleme der Organisation des Wissens, seiner Produktion, verweist, also letztlich auf die kognitive und affektive Arbeit insgesamt.
Er meint, dass der Kampf um das bedingungslose Grundeinkommen geeignet sei, in Europa und Amerika zu einem grundlegenden Konflikt zu werden. Obama sieht er als eine linke Kraft, da er sich für staatliche Eingriffe einsetzt und deshalb für eine neue Vorstellung von Regierung steht. Seine Aufgabe sei es, eine Beziehung zwischen Bewegungen und Regierung aufrechtzuerhalten.
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