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Stimmenfang mit dem Grundeinkommen
Geschrieben von Matthias Dilthey    Bookmark and Share
Donnerstag, 14. 05 2009

Jörg Marx, Freier Journalist und Organisations- berater mit den Schwerpunkten Soziales, Non Profit Organisationen / Sozialwirtschaft und Social Communications befasst sich in seinem Blog mit "BGE-Parteien" im allgemeinen und mit der D4U im besonderen.

Am Wochenende hatte ich einige Links zu der neuen Kleinstpartei “Deutschland for You” (D4U) getwittert. Zudem twitterte ich, dass die D4U-Partei wohl einen national gefärbten Ausverkauf der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens betreibe, um Stimmen einzufangen. Prompt meldete sich die D4U-Partei:
“Erst denken, dann reden!” Ich habe mir diesen Ratschlag zu Herzen genommen und weiter recherchiert. Damit nicht Blindheit im alltäglichen Leben herrscht …
[...]
Die Gunst der Stunde nutzen eine Reihe obskurer Kleinstparteien und stürzen sich auf das überlassene Feld. Jetzt wollen Gruppierungen wie Die Weisen, Die Violetten und die Partei sozialer gerechter Demokratie mit dem Thema in den Bundestagswahlkampf ziehen. Seit rund einem Monat vorne mit dabei - Deutschland für Dich (D4U).
[...]
Das Modell von Götz W. Werner hat sich D4U zu eigen gemacht. Auf ihrer Website preist die Partei Werners Buch Einkommen für alle als “Das Buch” an. Und der Filmessay Grundeinkommen von Daniel Häni und Enno Schmidt mutiert auf der Website zu “Der Film”. Allerdings haben weder der Autor, noch die beiden Schweizer Regisseure etwas mit der Parteigründung zu tun.
[...]
Der Rest sind markige Werbesprüche und leere Versprechungen. “Väter werden auch bei 4-6 Stunden Arbeit ein überdurchschnittliches Einkommen erzielen.” Das bedingungslose Grundeinkommen erscheint bei D4U als Schlaraffenland. Und nicht als eine neue, gerechtere Organisation von Gesellschaft und Arbeit, die nicht umsonst zu haben ist.

Weiter fährt Jörg Marx mit einer ausführlichen Berichterstattung über seine D4U-Recherche fort und kommt bezüglich dieser Partei zu folgendem Ergebnis:

Es ist zu hoffen, dass die neuen Vertriebskanäle nicht über die Bundestagswahl und das bedingungslose Grundeinkommen führen. Am 23. Mai soll die Partei in Kassel, in der Orangerie des Staatsgartens, gegründet werden. Mal gerade drei Stunden, von 13 bis 16 Uhr, sind dafür eingeplant. Zufällig wird an diesem Tag die Bundesrepublik Deutschland 60 Jahre alt.
Die Parteigründung ist nicht umsonst zu haben. “Kosten pro Person: 20 Euro (inklusive Kaffee und Kuchen “satt”),” heißt es auf der D4U-Website. Das klingt nach Kaffee- und Butterfahrt. Hoffentlich kehren die frisch gebackenen Parteimitglieder nicht mit Kisten voll Haarwuchsmittel und leerem Geldbeutel nach Hause zurück.




Kommentare (3)
RSS Kommentare
1. Geschrieben von: Marco Naujokat am 14-05-2009 09:42 - Registriert
 
 
Auch von der NPD habe ich schon sowas gehört!
 
2. Geschrieben von: Henrik Wittenberg am 14-05-2009 12:35 - Registriert
 
 
Zu den oben genannten Willi Weise/die Weisen: 
 
Einfach mal den Begründer der Initiative, Friedrich Schönbeck / „Friedrich von As“ mittels Google suchen lassen. Das ist sehr aufschlussreich …
 
3. Geschrieben von: Henrik Wittenberg am 21-05-2009 13:16 - Registriert
 
 
Jörg Marx hat einen weiteren Artikel zur Thematik verfasst: 
 
"Trittbrettfahren beim Grundeinkommen" 
http://marx-blog.de/2009/05/trittbrettfahren-grundeinkommen/
 
 
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