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In seiner gestrigen Ausgabe berichtet derStandard.at über Geld und BGE:
Geld ist Mittel zum Erfolg des Wirtschaftssystems, nicht sein Zweck - Von Paul Kellermann
Nach wie vor wird im Zusammenhang mit der aktuellen Wirtschaftskrise über Staatsverschuldung, Sparen, Steuern und zu hohe Managementeinkommen (Verdienste?), diskutiert. Das ist eine Art von Ersatzdiskussion. Es ist keine Diskussion, die die Versorgung der gesamten Bevölkerung im Auge hat, sondern sich auf einen einzigen - allerdings wichtigen - Aspekt beschränkt: auf Geld. Worauf es wirklich ankommt, ist die Verfügbarkeit über Güter und Dienste, die Bedürfnisse stillen; entsprechende Leistungen müssen erarbeitet werden.
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Alle Anstrengungen müssten demnach darauf abzielen, die erforderlichen konkreten Leistungen zur Stillung von Bedürfnissen verfügbar zu machen. Geld ist dazu ein gutes Organisationsmittel, wird aber von den meisten Menschen als Zweck ihrer Anstrengungen missverstanden. Freilich ist in einer Gesellschaft, die ihre Güter und Dienste über Geld tauscht, Geldverfügbarkeit für alle (zumindest als Grundeinkommen) unabdingbar. Doch beim Denken an Geld nicht weiterdenken zu können, zu glauben, es komme einzig auf Geld an, ist Moneyismus.
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Kritik an überhöhten Honorierungen und damit an Geldansammlungen weniger Reicher als Neid zu diffamieren ist genauso Ablenkungsversuch wie die Argumentation, die Reichen seien ohnehin am stärksten mit Steuern belastet. Es kommt nicht darauf an, was jemand an Geld relativ nicht mehr verfügbar hat, sondern auf das, was absolut - also in konkreten Zahlen - zur Verfügung steht.
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Es gibt andere Leute - [...] , die das mit weit weniger Gehalt zustande bringen, was zustande gebracht werden muss. Als zu unterschiedlich und damit als ungerecht angesehene Honorierungen demotivieren, führen zu Minderleistungen, so dass der Gesamtschaden größer ist als die scheinbar einzigartige Leistung des Managements.
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Geld wird offensichtlich von den Verantwortlichen nicht als Mittel zur Organisation und Koordination erkannt, das allein durch die entstehenden Leistungen seinen Wert erhält, sondern als knapp und von originärem Wert missverstanden.
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Zur Person: Paul Kellermann, Jg. 1937, ist emeritierter Soziologie-Professor und Mitglied des Forschungsbeirats an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Wirtschafts-, Bildungs- und Geldsoziologie. Er ist Herausgeber einschlägiger, interdiszilinärer Bücher wie "Die Geldgesellschaft und ihr Glaube" und "Geld und Gesellschaft". Zum "Garantierten Grundeinkommen" hat Paul Kellermann schon 1979 und 1980 (Rowohlt) publiziert.
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