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Optimismus, Online-Petitionen und BGE, ein bissiger? Kommentar
Geschrieben von Matthias Dilthey    Bookmark and Share
Mittwoch, 13. 05 2009

Optimismus sei ein anderes Wort für ein Mangel an Information. So oder so ähnlich wird es Heiner Müller (1929-1995, Dramatiker, Schriftsteller, Regisseur und Intendant) als Zitat häufig zugeschrieben.

Unterstellen wir mal so rein rhetorisch, dass Heiner Müller mit seiner "Optimismus-Annahme" Recht hat. Und unterstellen wir, dass wir ein ordentlich Maß an Selbstkritik üben können und ziehen ein kritisches Resümee bezüglich der BGE-Aktivitäten:

Als absolutes High-Light der letzten Monate ist wohl die Petition von Frau Susanne Wiest an den deutschen Bundestag zu nennen. Zuforderst ATTAC und die gesamte Führungs-Riege des "Netzwerk Grundeinkommen" sahen sich anfänglich "optimistisch", Frau Wiest´s Petition blockieren zu können. Doch einige Menschen im Land zeigten Werner Rätz und Hardy Kramperts von ATTAC die "rote Karte". Ebenso emanzipiert zeigten sich die Menschen auch gegenüber z.B. Günter Sölken, Christoph Schlee und Raimund Acker, um nur einige Petitionsgegner aus dem Netzwerk Grundeinkommen zu nennen, und beförderten die Petition nach Frist-Verlängerung auf die magische Zahl der Mitunterzeichner von knapp über 50.000. Da kommt Optimismus auf!

Die aktuelle Petition gegen Internetzensur hat innerhalb weniger Tage weit mehr als 75.000 Mitzeichner gefunden. Das sind zwar nur knapp 0,1 geteilt durch Hundert der deutschen Bevölkerung, aber bereits jetzt ca. 30% mehr als die BGE-Petition. ...

Von zwei ebenfalls überaus optimistischen High-Lights lässt sich aus der Schweiz berichten:
Daniel Häni und Enno Schmidt produzieren einen Film zum BGE. Und bringen diesen Film unter beachtlichem Aufwand "unter das Volk".
Das Gute an dem Film: der Titel "Kulturimpuls [Bedingungsloses] Grundeinkommen".
Das Optimistische an dem Film: Der Film beschreibt EIN ebenso optimistisches Derivat eines Grundeinkommens. Häni und Schmidt legen das BGE auf genau dieses Modell fest. Und vergeben so leichtfertig (also optimistisch) die Chance, das ein Emanzipatorisches Grundeinkommen bei den Menschen, den Parteien und auch Gewerkschaften haben könnte.
Aber diese beiden Schweizer sind gnadenlose Optimisten: In ihrem letzten Newsletter z.B. verkennen sie, dass die Idee der "Woche des Grundeinkommens" von www.Grundeinkommenstag.org entliehen wurde. Eine Initiative, die sowohl Häni und Schmidt, als auch das Netzwerk Grundeinkommen seit Jahren blockieren.

Es ist halt anmaßend optimistisch zu glauben, mit den Mitteln der Blockade, Ausgrenzung und Selbstdarstellung ein BGE etablieren zu können ...

So hoffe ich, dass wir bald wieder gemeinsam an der großartigen Idee des emanzipatorischen BGE arbeiten. Ein wenig Optimismus muss erlaubt sein!

Matthias Dilthey


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