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Grundeinkommen mit Problemen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Jörg Drescher    Bookmark and Share
Donnerstag, 26. 03 2009

In der gesamten Grundeinkommens-Bewegung gibt es ein massives Problem: Viele Initiativen isolieren sich mehr und mehr und machen ihr eigenes Ding. Der Vernetzung steht Vertrauensmangel gegenüber. Stattdessen ziehen sie sich ins Internet zurück, weil sie sich nirgends "aufgehoben" fühlen. Es ist auch einfacher: Wie schnell ist eine Internetseite eingerichtet, wie schnell ein Forum aufgezogen, wie schnell ein Blog installiert, wie schnell ein CMS im Web? Im kleinen Kreis, wo man sich persönlich kennt, können Unstimmigkeiten schnell gelöst werden. Das gemeinsame Ziel ist in der Gemeinschaft schnell wieder korrigiert – aber in einem größeren Verbund? Bürgergeld? Grundeinkommen? Bedingt? Bedingungslos? Einkommensfinanziert? Konsumfinanziert?

Die eine Schwierigkeit bei der Umsetzung des Grundeinkommens mag Freiheit sein, die andere Schwierigkeit zur Einführung ist Pluralismus beim Erreichen eines gemeinsamen Ziels - dann muss nämlich jeder ein kleines Stück seiner pluralistischen Freiheit aus der "Einsicht in die Notwendigkeit" aufgeben.

Die Gruppenbildung ist eine weitere Schwierigkeit. Gruppen agieren nämlich wie eigenständige Lebewesen und kämpfen mit allen Mitteln um ihre Selbsterhaltung - oftmals mit negativen Folgen für die Menschheit als Ganzes. Damit erklärt sich auch die Situation in der Grundeinkommensbewegung: Kaum eine Initiative will sich einer Dachorganisation unterordnen – möge sie Attac oder Netzwerk Grundeinkommen heißen, oder einen Parteinamen haben – denn dort wird Pluralismus unterdrückt. Man scheut sich vor einem offenen Dialog, weil niemand seine Position aufgeben will, die durch die Gruppe zusätzlich gefestigt wird. Doch Mehrheiten machen keine Wahrheiten.

Betrachten wir Befürworter von Parallel- und Regionalwährungen genauer - sie würden sich mit einem staatlichen BGE den eigenen Ast absägen. Diese Ideen sind verzweifelte Antworten auf die derzeitige Krise und verdeutlichen den Vertrauensverlust gegenüber dem heutigen System.

Hingegen wird Währungswächtern und Banken eine Verschwörung unterstellt, die Menschen versklaven und unterdrücken will. Man baut ein Feindbild auf und nennt es Neoliberal. Dabei sind es auch nur Gruppenwesen, die - wie alle Lebewesen - ihre Existenz erhalten wollen – gewissenlos, ohne Verstand, wie Tiere.

Ärzte brauchen heute Kranke, um von etwas leben zu können. Welches Interesse sollten sie auch daran haben, dass alle Menschen gesund sind und nicht mehr krank werden? Ähnlich ist es mit Krisen, die eine Krankheit der Gesellschaft sind. Wer hat wirklich Interesse daran, dass sie langfristig beendet werden? Man profitiert von der Krankheit, der Angst und dem täglichen Überlebenskampf der anderen.

Doch gibt es Berufe, die die Aufgabe haben, Menschen aufs Leben vorzubereiten und sie in die Selbständigkeit zu entlassen: Eltern, Erzieher, Lehrer und allgemein Pädagogen. Sie haben im Normalfall kein Interesse daran, Menschen abhängig zu machen. Es sind die wahren Heiler und Menschenmacher: meine Idee der Jovialisten.

 

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