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Zu diesem Thema fand am 23.3.2009 eine Veranstaltung des Hamburger Netzwerk Grundeinkommen im „Kölibri“, Hamburg statt.
Vor ca. 40 Besuchern referierten der Journalist Harald Kother und Günther Sölken, der ehemalige Sprecher des Deutschen Netzwerks Grundeinkommen.
Harald Kother hob die prekäre Situation der Freiberufler hervor, insbesondere die der Künstler und Journalisten, sowie artverwandter Berufe wie Mediengestalter oder Webdesigner, die mit Ihren Auftraggebern nicht auf gleicher Augenhöhe stehen, und somit nur wenig Verhandlungsspielraum für Ihre Vergütungen hätten. Die niedrigen Einkommen würden sich dann in einer zu erwartenden Altersarmut widerspiegeln. Ein Grundeinkommen ist nach Meinung Kothers eine zwingende Voraussetzung für eine, zum einen gefestigte Position gegenüber den Auftraggebern, und zum anderen eine Sicherung im Alter.
Günther Sölken führte darüber hinaus aus, dass ein Bedingungsloses Grundeinkommen ein wichtiges Element sei, das die Freiheit des Einzelnen unterstütze. Die Freiheit, einer Tätigkeit nachzugehen, die den persönlichen Fähigkeiten und Neigungen entspricht, und somit weg führt von dem Zwang zur Arbeit, um der Existenz Willen.
Er betonte, dass sich völlig neue Möglichkeiten ergeben, wenn sich z.B. junge Menschen zusammenschließen könnten um neue Projekt zu entwickeln und neue Ideen ausarbeiten können und nicht sofort in den Zwang gerieten sich der Erwerbsarbeit zu unterwerfen.
Ein wichtiger Punkt für Sölken ist der vollständige Abbau unserer jetzigen Sozialsysteme, da diese den Faktor Arbeit extrem belasten, und zwangsweise zu weiterer Reduzierung von Arbeitsplätzen führen. Es sei nur eine Frage der Zeit, wann unsere Systeme kollabieren. Der Sozialstaat müsse sich überwiegend durch Steuern finanzieren, die dem Konsum angepasst sind und nicht durch die Belastung des Faktors „Arbeit“.
Interessante Ergänzungen gab es aus dem Publikum. Ein Unternehmer mit mehreren Angestellten stellte heraus, dass es ihm besonders wichtig sei motivierte und engagierte Mitarbeiter zu haben. Er begrüße daher das bedingungslose Grundeinkommen, weil sich nur noch diejenigen bei ihm bewerben, die das auch wollen. Für ihn als Arbeitgeber sei ein BGE eine Herausforderung, da er den Mitarbeitern etwas bieten müsse, um diese auch halten zu können.
Ein weiterer Zuschauer verwies auf das Grundgesetz und sagte, dass die jetzige Sozialpolitik seiner Meinung nach nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sei, da jeder von Arbeitslosigkeit betroffene gezwungen werde, sich in ein finanzielles Abhängigkeitsverhältnis mit jedem beliebigen Arbeitgeber zu begeben. Dieses widerspreche der Menschenwürde.
Über die Notwendigkeit eines BGE herrschte sowohl bei den Referenten, als auch unter den Zuhörern Einigkeit.
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