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Betreiben Medien BGE-Schadensbegrenzung?
Geschrieben von Matthias Dilthey    Bookmark and Share
Mittwoch, 18. 02 2009

Heute berichtet Die Welt über die BGE-Petition. Die Welt hat sich ja bekanntermaßen mit einer Berichterstattung über die Petition während der Zeichnungsfrist arg zurückgehalten.

Doch heute bringt die Zeitung einen Artikel über die Petition und berichtet ausgerechnet über die Personen und Gruppierungen, die die Petition von Susanne Wiest abgelehnt bzw. nicht unterstützt haben. Versucht die Zeitung Schadensbegrenzung zu betreiben?

Denn der überwiegenden Anzahl der Petitions-Mitzeichner drehte es sich weniger um eine konkrete BGE-Ausgestaltung, sondern um die Freiheit, die ein emanzipatorisches BGE ermöglichen würde. So war es zumindest sehr vielen Foren-Beiträgen zu entnehmen.

Freiheiten ähnlich jener, die ich in einem Diskussionspapier zum emanzipatorischen Sozialstaat beschrieben habe.

Die Debatte um ein nicht an Bedingungen gekoppeltes Grundeinkommen ist nicht neu. So fordert die Linke seit Jahren eine bedarfsdeckende soziale Mindestsicherung als Ersatz für Hartz IV. Auch Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) hatte sich für ein Grundeinkommen ausgesprochen, allerdings mit Monatssätzen von 800 und 500 Euro, schreibt Die Welt.

Diese von der Welt angeführten Modelle sind jedoch genau die, welche die Mehrzahl der Petanten und Frau Wiest nicht haben möchten.
Denn sie sind anti-emanzipatorisch und nehmen den Menschen das letzte an Freiheit, das wir heute noch haben.

Der Beitrag der Welt zum bedingungslosen Grundeinkommen liest sich in meinen Augen so: "Wenn es uns Medien schon nicht gelingt, den Freiheitsdrang durch Nichtbeachten zu unterdrücken, dann müssen wir eben zusehen, dass diese emanzipatorischen Kräfte keinesfalls erwähnt werden. Emanzipierte Bürger? Wo kämen wir da hin?
Dann bieten wir Medien halt mal Althaus und Kipping an und schauen mal, ob die Menschen "das fressen". Das ist allemal besser als ein emanzipatorisches BGE ..."


Kommentare (6)
RSS Kommentare
1. Geschrieben von: Klaus Räuber am 18-02-2009 13:53 - Registriert
 
 
Die Meldung in "Die Welt" entspricht der bei Focus Online, der Financial Times Deutschland und anderen. Es handelt sich um eine 1:1-übernommene Meldung der dpa.
 
2. Geschrieben von: Erik Völter am 18-02-2009 14:08 - Registriert
 
 
Da ja die Meldungen in von Klaus genannten Medien gleichlauten, scheinen diese ja in Auftrag gegeben worden zu sein. Kann man recherchieren, wer diesen Ticker eingespannt hat? 
Es sieht doch offensichtlich so aus, als würden die ersten Granaten in eine geschlossene Front geworfen werden.
 
3. Geschrieben von: Klaus Räuber am 18-02-2009 14:29 - Registriert
 
 
Heute benutzen viele Medien die dpa (Deutsche Presseagentur), um neueste Nachrichten aus aller Welt zu erhalten (es gibt noch andere Agenturen, wie z.B. Reuters). Der Ursprung der Meldung stammt also von der dpa, wobei die empfangenden Medien selbst entscheiden, ob sie diese veröffentlichen wollen. Ein "Auftrag" ist spekulativ. Wer sich den Spaß erlauben möchte, kann einmal die Medienlandschaft analysieren - da kommt man zu erstaunlichen Ergebnissen und Zusammenhängen. 
Medien sind die 4. Gewalt im Staat, eine graue Eminenz, die wesentlich die Meinungsbildung der Bevölkerung beeinflussen kann.
 
4. Geschrieben von: Erik Völter am 18-02-2009 14:36 - Registriert
 
 
Ich habe mich wohl etwas undeutlich ausgedrückt. Es werden doch Statements, Berichte und Informationen an die dpa gesendet, in der Hoffnung auf Verbreitung oder zumindest zur Verfügung Stellung. Es werden doch nicht alle dpa Meldungen von der dpa recherchiert oder eigenständig verfasst.
 
5. Geschrieben von: Klaus Räuber am 18-02-2009 14:42 - Registriert
 
 
Vielleicht fragst du mal bei der dpa an, woher die Meldung stammt. Auf deren Seite findet man unter FAQs: 
 
Die Deutsche Presse-Agentur GmbH beschäftigt weltweit rund 950 feste Mitarbeiter, davon knapp 800 im journalistischen Bereich und rund 150 in der Technik sowie dem Verkauf und der Verwaltung. Dazu kommen mehrere tausend freie Wort- und Bildjournalisten. Sie besuchen Pressekonferenzen, bearbeiten Presseinformationen und entdecken eigene Themen. dpa arbeitet rund um die Uhr, der Nachrichtenstrom reißt niemals ab. Weltweit sind die dpa-Büros und -Korrespondenten über schnelle Datenleitungen mit der Zentrale in Hamburg verbunden. Von der dpa-Zentrale in Hamburg aus werden die Nachrichten per Satellit, Internet, ISDN und Fax an Zeitungen, Rundfunk- und Fernsehanstalten, Online-Dienste und andere Kunden ausgesendet.
 
6. Geschrieben von: Martina Klohse am 18-02-2009 15:13 - Registriert
 
 
Bei Spiegel-Online wundert man sich im Forum: 
 
Es ist doch sehr verwunderlich, dass kaum eines der großen deutschen Nachrichtenportale der etablierten Presse über den erstmaligen Erfolg einer Petition berichtet? Die Tatsache, dass diese Petition existierte mag man ja noch ausblenden dürfen. Wenn sich aber über 50000 Bundesbürger mit Name und Adresse registrieren so ist das mehr als bemerkenswert. 
 
http://forum.spiegel.de/showthread.php?p=3380454#post3380454
 
 
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