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Korruptionsfall im NWG?
Geschrieben von Klaus Räuber    Bookmark and Share
Montag, 16. 02 2009
Reimund Acker wurde am 14.12.2008 in den Netzwerkrat (NWR) gewählt (Quelle). Das Netzwerk Grundeinkommen (NWG) hatte nach eigenen Angaben zum 31. Dezember 2008 1953 persönliche Mitglieder und 62 Mitgliedsorganisationen (Quelle). Bei der o.g. Wahl wurden 27 Stimmen abgegeben, wovon 26 gültig waren (Quelle, Top 5), wobei keine Angaben über die Anzahl der Anwesenden zu finden sind. Allerdings ist in den neuen Statuten des NWGs auch nicht bestimmt, wie viele Mitglieder anwesend sein müssen, um den NWR zu wählen.

Herr Acker ist inzwischen für die beiden Mailinglisten (Debatte und Info) verantwortlich. Am 31.01. und 01.02.2009 wurde auf dem NWR-Treffen in Köln beschlossen, dass u.a. Reimund Acker zum 8. Kongress von USBIG nach New York fliegen soll (Quelle, Top 11).

Die Teilnahme wurde von Jörg Drescher in einem offenen Schreiben an den NWR und die Debatten-Liste in Frage gestellt, da die Ressourcen des Netzwerks beschränkt seien (Quelle). Daraufhin beschloss das NWG, keine Mitgliedsbeiträge zu verwenden, sondern nur Drittmittel, was zu einem Spendenaufruf führte (Quelle).

Dieser Spendenaufruf wurde im Zusammenhang mit der ePetition zum Grundeinkommen von Susanne Wiest in einem Extranewsletter nochmals wiederholt (Quelle). Diese Politik wurde schon in dem Artikel „Grundeinkommen: Informationspolitik“ beschrieben.

Zusammenfassend lässt sich bemerken, dass Herr Acker ein starkes Glied in der Informationspolitik des NWGs ist. Er hat die „Macht“, Beiträge im wichtigsten Kommunikationssystem des NWGs zu filtern. Und er hat das Angebot, auf Kosten von Spendengeldern, die der NWR (nicht das NWG) sammelt, in die USA zu reisen. Kann diese Person unabhängig sein? Ist es nicht ein Korruptionsfall im Sinne, dass er für diese bezahlte Reisemöglichkeit entsprechend den Vorstellungen der anderen NWR-Mitglieder Entscheidungen trifft? Wer will sich schon bei einer geschenkten Reise gegenüber den Helfern unbeliebt machen?

In diesem Zusammenhang wird auf den Teil „Machtmissbrauch und Korruption“ in der „Staatstheorie“ von Herrn Drescher verwiesen (ab Seite 42).



Kommentare (4)
RSS Kommentare
1. Geschrieben von: Jörg Drescher am 16-02-2009 12:37 - Registriert
 
 
Vielleicht sollte man noch anmerken, dass Ronald Blaschke Mitarbeiter von Katja Kipping ist (stellvertretende Parteivorsitzende von "Die Linke"). Außerdem sitzt Herr Blaschke nicht nur im Netzwerkrat des NWG, sondern ist gleichzeitig Mitglied im Attac-Koordinierungskreis (der Koordinierungskreis von Attac ist ein Arbeitsgremium, das im Rahmen der politischen Beschlüsse Attac nach Außen vertritt).
 
2. Geschrieben von: Martina Klohse am 16-02-2009 12:49 - Registriert
 
 
Soweit ich weiß, ist Dagmar Paternoga (jetzt im Netzwerkrat des NWGs) die Lebensgefährtin von Werner Rätz. Seine Einstellung zu der Petition als Attac-Mitglied sollte bekannt sein.
 
3. Geschrieben von: Hans Mayer am 17-02-2009 09:32 - Registriert
 
 
Gerüchten zufolge, soll das beliebte Archiv Grundeinkommen vom Netzwerk übernommen werden. Damit würde sich die Informationshoheit über dieses Idee auf eine Organisation konzentrieren. Nach dieser Meldung, sehe ich diese Entwicklung als sehr kritisch an.
 
4. Geschrieben von: Jörg Drescher am 17-02-2009 19:59 - Registriert
 
 
Ich denke, es gibt noch einige weitere Ungereimtheiten, die man ans Tageslicht holen könnte. Fakt ist, dass im Netzwerk einiges schief läuft, weil mehr um Positionen gestritten wird, als ums BGE - aber wie sollen sie es auch anders machen, wenn sie solche Vorbilder wie die dt. Bundesregierung haben?
 
 
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