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Im November 2005 gründete Götz W. Werner die Initiative
„Unternimm die Zukunft“, um einer breiten Öffentlichkeit das Thema
„Bedingungsloses Grundeinkommen“ vorzustellen. Seither sind etwas mehr als drei
Jahre vergangen und vom Standpunkt 2005 aus, haben sehr viele Menschen ihre
Zukunft unternommen – auch ohne Bedingungsloses Grundeinkommen.
Zum Beispiel Angela Merkel, sowie andere Führungskräfte,
Entscheidungsträger und Politiker. Dabei stellt sich die Frage, welche Vision
sie von der zu unternehmenden Zukunft hatten (und immer noch haben). Es
scheint, dass viele am Status quo festhalten wollen und ihre Bemühungen darauf
richten, die Zukunft auf diese Weise zu unternehmen.
Folgendes Zitat wird Gustav Heinemann,
Bundespräsident von 1969-1974, zugeschrieben:
Wer
nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.
Der Slogan „Unternimm die Zukunft“ von Götz
Werner sagt nichts darüber aus, ob man Veränderungen will oder am Gegebenen
festhalten möchte; vielmehr ist es eine Aufforderung (Imperativ), über die
Zukunft nachzudenken und entsprechende Weichen zu stellen. Wohin der Weg dann
führt, bleibt dem „Unternehmenden“ selbst überlassen.
Im Januar 2009 erschien erstmals das
Journal „SMI²LE – Blick in die Zukunft “ und ähnelt dem Slogan der Initiative
von Götz Werner. Hintergrund ist ein pessimistischeres Menschenbild: nicht alle
Menschen können sich eine andere Zukunft vorstellen, die sich von der Gegenwart
abhebt. Aus diesem Grund zielt das Journal darauf ab, eine Visionen anzubieten,
um Lust auf die Zukunft und die notwendigen Änderungen zu machen.
Folgendes Zitat von Antoine de
Saint-Exupéry diente dabei als Ausgangsidee:
Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer
zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben
und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem
weiten endlosen Meer.
Erst mit der Sehnsucht nach einer
positiven, erstrebenswerten Zukunft, werden Menschen die entsprechenden Weichen
dorthin stellen. Man muss allerdings davon ausgehen, dass nicht jeder über die
Vorstellungskraft verfügt, wie die Welt von morgen aussehen kann – vor allem,
wenn es ihm sowieso „gut“ geht.
„Unternimm die Zukunft“ oder „Blick in die
Zukunft“ spiegelt gleichzeitig die alte Frage wider, ob wir in einer
deterministischen oder indeterministischen Welt leben. „Unternimm die Zukunft“
besagt, die Zukunft ist offen und es liegt an uns, wie wir diese gestalten; bei
„Blick in die Zukunft“ kommt eher der Gedanke auf, dass die Zukunft sowieso
schon bestimmt sei – so als würde man Nostradamus lesen und fatalistisch
abwarten können.
Tatsächlich ist die Idee „Blick in die
Zukunft“ aber eine indeterministische, denn für die vorgestellten Ansätze
müssen in der Gegenwart Rahmenbedingungen geschaffen werden, um diese Visionen
zu erreichen.
Wir sind nämlich alle Unternehmer der
Zukunft! Es stellen sich nur die Fragen, die Horst Köhler (derzeitiger
Bundespräsident) bei der Konferenz „Demographischer Wandel“ in Berlin am
06.12.2005 nannte:
Wie stellen wir
uns die Zukunft unseres Landes in zwanzig oder auch in fünfzig Jahren
eigentlich vor? Wie werden wir leben, wie wollen wir leben? Wollen wir vor
allem auf die Selbststeuerungskräfte der Gesellschaft vertrauen - oder wollen
wir versuchen, Weichen neu zu stellen? Und welche Optionen stehen uns dafür
offen?
Blicken wir also in die
Zukunft und unternehmen das, was wir dort sehen wollen.
Jörg Drescher, Kiew am
28.01.09
Zusatzerklärung:
Das "Netzwerk Grundeinkommen" bot am 24.01.2009 an, einen Text über das Journal "SMI²LE - Blick in die Zukunft" zu veröffentlichen. Nach Einreichung dieses Textes kam, trotz Nachfragen, keinerlei Antwort, ob das Netzwerk den Text annimmt. Ernüchternde Funkstille seitens des Netzwerks.
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