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Die Zukunft unternehmen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Jörg Drescher    Bookmark and Share
Donnerstag, 5. 02 2009

Im November 2005 gründete Götz W. Werner die Initiative „Unternimm die Zukunft“, um einer breiten Öffentlichkeit das Thema „Bedingungsloses Grundeinkommen“ vorzustellen. Seither sind etwas mehr als drei Jahre vergangen und vom Standpunkt 2005 aus, haben sehr viele Menschen ihre Zukunft unternommen – auch ohne Bedingungsloses Grundeinkommen.

Zum Beispiel Angela Merkel, sowie andere Führungskräfte, Entscheidungsträger und Politiker. Dabei stellt sich die Frage, welche Vision sie von der zu unternehmenden Zukunft hatten (und immer noch haben). Es scheint, dass viele am Status quo festhalten wollen und ihre Bemühungen darauf richten, die Zukunft auf diese Weise zu unternehmen.

Folgendes Zitat wird Gustav Heinemann, Bundespräsident von 1969-1974, zugeschrieben:

Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.

Der Slogan „Unternimm die Zukunft“ von Götz Werner sagt nichts darüber aus, ob man Veränderungen will oder am Gegebenen festhalten möchte; vielmehr ist es eine Aufforderung (Imperativ), über die Zukunft nachzudenken und entsprechende Weichen zu stellen. Wohin der Weg dann führt, bleibt dem „Unternehmenden“ selbst überlassen.

Im Januar 2009 erschien erstmals das Journal „SMI²LE – Blick in die Zukunft “ und ähnelt dem Slogan der Initiative von Götz Werner. Hintergrund ist ein pessimistischeres Menschenbild: nicht alle Menschen können sich eine andere Zukunft vorstellen, die sich von der Gegenwart abhebt. Aus diesem Grund zielt das Journal darauf ab, eine Visionen anzubieten, um Lust auf die Zukunft und die notwendigen Änderungen zu machen.

Folgendes Zitat von Antoine de Saint-Exupéry diente dabei als Ausgangsidee:

Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.

Erst mit der Sehnsucht nach einer positiven, erstrebenswerten Zukunft, werden Menschen die entsprechenden Weichen dorthin stellen. Man muss allerdings davon ausgehen, dass nicht jeder über die Vorstellungskraft verfügt, wie die Welt von morgen aussehen kann – vor allem, wenn es ihm sowieso „gut“ geht.

„Unternimm die Zukunft“ oder „Blick in die Zukunft“ spiegelt gleichzeitig die alte Frage wider, ob wir in einer deterministischen oder indeterministischen Welt leben. „Unternimm die Zukunft“ besagt, die Zukunft ist offen und es liegt an uns, wie wir diese gestalten; bei „Blick in die Zukunft“ kommt eher der Gedanke auf, dass die Zukunft sowieso schon bestimmt sei – so als würde man Nostradamus lesen und fatalistisch abwarten können.

Tatsächlich ist die Idee „Blick in die Zukunft“ aber eine indeterministische, denn für die vorgestellten Ansätze müssen in der Gegenwart Rahmenbedingungen geschaffen werden, um diese Visionen zu erreichen.

Wir sind nämlich alle Unternehmer der Zukunft! Es stellen sich nur die Fragen, die Horst Köhler (derzeitiger Bundespräsident) bei der Konferenz „Demographischer Wandel“ in Berlin am 06.12.2005 nannte[1]:

Wie stellen wir uns die Zukunft unseres Landes in zwanzig oder auch in fünfzig Jahren eigentlich vor? Wie werden wir leben, wie wollen wir leben? Wollen wir vor allem auf die Selbststeuerungskräfte der Gesellschaft vertrauen - oder wollen wir versuchen, Weichen neu zu stellen? Und welche Optionen stehen uns dafür offen?

 

Blicken wir also in die Zukunft und unternehmen das, was wir dort sehen wollen.

Jörg Drescher, Kiew am 28.01.09

 

Zusatzerklärung:

Das "Netzwerk Grundeinkommen" bot am 24.01.2009 an, einen Text über das Journal "SMI²LE - Blick in die Zukunft" zu veröffentlichen. Nach Einreichung dieses Textes kam, trotz Nachfragen, keinerlei Antwort, ob das Netzwerk den Text annimmt. Ernüchternde Funkstille seitens des Netzwerks.

 

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