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Nachlese zur BGE-Veranstaltung in Hannover
Geschrieben von Matthias Dilthey    Bookmark and Share
Montag, 2. 02 2009

Gisela Brunken hat unter dem Titel "Ein Bericht über eine besonders gelungene Veranstaltung" eine Nachlese zur BGE-Veranstaltung vom 29.01.2009 verfasst, der hier als PDF (40,4 KB, 4 Seiten) zum Download bereitsteht.

In Hannover trafen wir Mitstreiter und Mitstreiterinnen aus dem gesamten Bundesgebiet. Vor allem erwartete uns ein Abendprogramm mit erstklassigen Vorträgen und künstlerischen Darbietungen.
[...]
Den ersten Vortrag hielt Prof. Götz W. Werner, der die Idee des Grundeinkommens in Bezug auf die Würde des Menschen vorstellte. „Warum,“ so fragte er, „wurde in den fünfziger Jahren Kohleabbau subventioniert, obwohl keine Kohle gebraucht wurde, dann die Stahlindustrie subventioniert und später die Werften?
Weil es dort so interessante Arbeitsplätze gab, im Bergbau unter Tage und bei lebensfeindlichen Bedingungen? Warum wird heute, in der Wirtschaftskrise, die Automobilindustrie subventioniert und das, obwohl das Problem der europäischen Autoindustrie ist, dass fünfzehn Millionen Autos produziert werden könnten, für die es keine Käufer gibt?“
– „Weil wir ein Denkproblem haben und glauben, Arbeit schafft Einkommen!“

In dem darauf folgenden Vortrag erklärte Prof. Dr. Ute L. Fischer von der Initiative „Freiheit statt Vollbeschäftigung“ anschaulich, wie der Einstieg in ein Bedingungsloses Grundeinkommen finanziert werden könne. [...]
Mit selbst für Laien verständlichen Formeln verdeutlichte sie, dass ein Einstieg ohne viele Verwerfungen sofort möglich ist.

Der dritte Redner, Dr. Sascha Liebermann, ebenfalls von der Initiative „Freiheit statt Vollbeschäftigung“, hielt ein Plädoyer für die Freiheit des einzelnen Bürgers als politisches Ziel. Er vermittelte einen Überblick über die Bewegung für ein Bedingungsloses Grundeinkommen mit dem Ziel der Freiheit des Einzelnen, wie sie mit einem Internetauftritt und einer Plakataktion dieser Initiative vor fünf Jahren begann.
[...] In der Zwischenzeit habe sich die Debatte stark versachlicht und das Thema sei mehr diskutiert worden, als sie erwartet hatten. Doch mit dem Begriff der Freiheit hätten immer noch viele Menschen Probleme, selbst manche Befürworter des Grundeinkommens würden dieses mit neu erfundenen Pflichten für die Bürger verknüpfen wollen.

[...]
Eine emotionale und mitreißende Rede dafür, dass Bürger an politischen Entscheidungen demokratisch mitwirken können sollten, hielt Gerald Häfner. Er habe die Erfahrung gemacht, dass man zwar alles sagen dürfe, aber ändern würde sich deshalb noch nichts. Er plädierte darum für direkte Demokratie und Volksentscheid.

[...]
Ebenfalls zu Wort kam Susanne Wiest, Initiatorin der zurzeit meistunterzeichneten Online-Petition an den Deutschen Bundestag.
Authentisch, mit Herz und Humor, eroberte sie das Publikum. Sie berichtete, wie sie auf die Idee gekommen war, eine Petition zu schreiben und zitierte ausgewählte Beiträge aus dem zu der von ihr eingereichten Petition gehörenden Online-Forum.

[...] In einer Pause zwischen den Vorträgen begaben sich die Referenten unter das Publikum. So konnten die Gäste sich mit ihnen unterhalten und Fragen stellen. Außerdem präsentierten sich an Tischen einzelne Grundeinkommens-Initiativen, u. a. sogar aus Nürnberg, die Hamburger mit dem Grundeinkommensscheck, mit besonderer Darstellung die Kölner und Bonner, die Osnabrücker boten den Film Grundeinkommen an, usw.. Auch andere Initiativen und Vereine, wie z.B. Mehr Demokratie e.V. und der Leine-Kies, das Regionalgeld für Hannover, waren vertreten. Einige Parteien standen ebenfalls zum Gespräch über das Bedingungslose Grundeinkommen mit den Gästen bereit.
Dass das Zuhören bei so vielen anspruchsvollen Wortbeiträgen dem Publikum an diesem langen Abend leicht fiel, dafür sorgten zwischen den etwa halbstündigen Referaten musikalische und künstlerisch-akrobatische Leckerbissen von dem Kinder- und Jugendzirkus Bunttropfen.

[...] Es war eine Glanzleistung der Veranstalter aus Hannover, diesen Abend so perfekt zu organisieren. Nur mit der Saalgröße hatte man sich verkalkuliert bzw. mit der Zahl der Gäste.
Es kamen weniger als tausend, Herr Mönninghoff, Hausherr des Kongresszentrums, sprach von etwa achthundert, Gäste in die für über zweitausend Personen bestuhlte Halle.

[...] Zusammenfassend lässt sich zu der Veranstaltung in Hannover sagen:
Diese Art Veranstaltung kann wegweisend sein, um für die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens zu begeistern, sie wirklich verstehbar zu machen und die Herzen der Menschen damit zu erreichen.
Ein Abend, der uns lange in Erinnerung bleiben wird.

Gisela Brunken

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