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Alleingänge und Rückschläge
Geschrieben von Matthias Dilthey    Bookmark and Share
Montag, 26. 01 2009

Wie die Märkische Allgemeine in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, war "die Veranstaltung [Filmvorführung "Grundeinkommen" Daniel Häni/Enno Schmidt, BGE-Portal hat berichtet] trotz vieler Ankündigungen nur von sieben Gästen besucht. Ines Hübner aus Lychen, die an diesem Sonnabend mit ihrem Mann und ihrem Sohn anwesend war, vermutet, dass die Ideen, die Sophie von Fürstenberg mit dieser Filmvorstellung und auch mit ihrer Initiative „Freie Erde statt freie Märkte“ anregen möchte, vielen Menschen einfach erstmal Angst macht."
Eine vermutlich bittere Erfahrung angesichts ihres Einsatzes, die Sophie von Fürstenberg durchgemacht hat. Doch wer von den BGE-Aktivisten der ersten Stunden kennt diese Erfahrung nicht?
Zum Einen kann man der Analyse zustimmen, dass das BGE "vielen Menschen einfach erstmal Angst macht", in einer Zeit der Unsicherheiten und Krisen.
Doch das kann nur ein Grund sein. An anderen Orten konnte man mit diesem Film ganze Kinos und Säle füllen. Warum hat das in Gransee trotz vieler Ankündigungen nicht auch so geklappt?

Nach unserer Erfahrung zieht der Film in Regionen viel Publikum, in denen die Menschen sich mit dem Thema BGE zumindest oberflächlich konfrontiert gesehen haben. Der Film stillt Neugierde. Neugierde, die zuvor über andere Wege geweckt wurde.

Ein anderes, unglückliches Beispiel ist die Petition zum BGE , die noch bis zum 10.02.09 zu zeichnen ist.
Zwar hat diese Petition mittlerweile knapp 4.500 Unterzeichner gefunden, doch bräuchte eine Petition, damit sie ernsthaft behandelt wird, über 50.000, also mehr als das 10-fache, Unterschriften.

Dem BGE und auch einem emanzipatorischen Sozialstaat sind solche Rückschläge allemal abträglich. Und zwar aus zwei Gründen:
Zum Einen sind Rückschläge keine wirklich gute Motivation für die Aktivisten, zum Anderen macht man es aufgeschlossen Journalisten unnötig schwer, positiv über eine BGE-Aktion zu berichten.

So stellt sich für die beiden BGE-Verbände Netzwerk Grundeinkommen und dem Bundesverband Grundeinkommen die Frage, warum machen Aktivisten solche Alleingänge?


Kommentare (2)
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1. Geschrieben von: Sarah Gebhardt am 27-01-2009 06:32 - Registriert
 
 
Die Petition als Rückschlag zu bezeichnen, halte ich für Schwarzmalerei! 
 
Fast 5.000 Menschen sind überzeugt genug, um die Petition zu unterschreiben, geht es so weiter wie bisher, kommen jeden Tag weitere 300- 700 (!) dazu. 
Es gibt ein Forum, in dem in über 1200 Beiträgen das Grundeinkommen ernsthaft und konstruktiv diskutiert wird. 
In diesem Forum werden nicht nur Modelle verglichen und die richtige Einführungen diskutiert,  
sondern es wird sich auch gegenseitig ermutigt, andere Menschen an das Thema Grundeinkommen heranzuführen.  
Es werden Ratschläge, Brief-Vorlagen und Flyer ausgetauscht. 
Eine Energie und der Wille zur Veränderung ist zu spüren. 
 
Und das bezeichnen Sie als Rückschlag? 
 
Es ist eine wunderbare Gelegenheit, das BGE bekannter zu machen, Bürger an das Thema heranzuführen. Es ist uns doch allen klar, dass wir das BGE nicht schon morgen einführen können, oder? 
Es ist erst einmal wichtig, ein Umdenken in der Bevölkerung herbei zu führen, und unter diesem Aspekt ist die Petition ein Musterbeispiel!
 
2. Geschrieben von: Matthias Dilthey am 27-01-2009 18:10 - Registriert
 
 
Liebe Frau Gebhardt, 
 
das Petitionsrecht ist ein sehr hohes, verfassungsgeschütztes Recht und "keine wunderbare Gelegenheit" zur Promotion. 
 
Wer versucht, über eine Petition eine Idee zu verbreiten, betreibt einfach Rechtsmissbrauch! 
 
Wir brauchen uns einfach nicht wundern, wenn wir uns durch solch unüberlegte Aktionen das hohe Gut der Petition selber kaputt machen. 
Bisher bin ich davon ausgegangen, dass die Petitantin wirklich geglaubt hat, mit ihrer Aktion Erfolg zu haben. Erfolg derart, dass die Petition wirklich im Petitionsausschuss mit Erfolg verhandelt werden muss. Und unter dieser Prämisse (Erfolg im Ausschuss) war und ist die Petition ein Rückschlag! 
 
Auf die Idee, dass jemand das hohe Gut des Petitionsrecht als billiges Werbemittel missbraucht, bin ich als Demokrat überhaupt noch nicht gekommen. Diese Idee ist einfach zu perfide und wirklich KEIN Musterbeispiel!
 
 
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