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Es rettet Euch kein höh'res Wesen ... von Adrienne Goehler
Geschrieben von Matthias Dilthey    Bookmark and Share
Freitag, 16. 01 2009

Mit einer lesenswerten Kolummne bei MDR FIGARO bricht Adrienne Goehler eine Lanze für mehr politische Kreativität und das Bedingungslose Grundeinkommen:

"Unter all den Alternativen zu den Wildwest-Methoden des Kapitalismus sticht eine durch die Leidenschaftlichkeit der Diskussion besonders hervor: Die Einführung des bedarfunabhängigen, bedingungslosen Grundeinkommens. Danach würde jedem Menschen - unabhängig von seiner sozialen Herkunft - ein monatlich garantierter Beitrag zur Verfügung stehen, der ihm gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. Das Grundeinkommen ist der gesellschaftliche und psychologische Gegenentwurf zu Hartz IV, damit ein Gegenentwurf zu Scham und Würdelosigkeit.

"Existenzangst - Gegenspielerin der Kreativität Es lässt sich erahnen, wie es die psychische Verfassung Deutschlands verändern könnte, wenn die Angst so Vieler davor sinken würde, die Existenz zu verlieren. Denn Existenzangst ist die große Gegenspielerin der Kreativität, die wir mehr denn je brauchen."

Weiter führt Adrienne Goehler aus: "Die Politik scheint aus dem epochalen Wandel der mit dem Zusammenbruch der Finanzsysteme einhergeht, nichts zu lernen. Sie setzt unverändert auf die Stützung von Arbeitsplätzen der alten Wirtschaftsordnung, also auf Auto- und Bauindustrie, die seit Jahren schon weniger Arbeit und Wertschöpfung erzielt als der Kultur- und der Energiesektor. [...] Statt in Ideen zu investieren, für die die Kulturberufe ja vor allem stehen, also in neue Arbeitsplätze, kehrt die Regierung mit ihrem sogenannten Konjunkturprogramm zur "Betonpolitik" zurück. Beton für die Strassen, Beton für die Wissenschaft, Beton für die Bildung. Die Kultur kriegt noch nicht einmal Beton ab, obwohl die meisten Museen und Theater mehr für Heizung als für künstlerische Produktionen ausgeben müssen."


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