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Geschrieben von Jörg Drescher
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Montag, 24. 11 2008 |
Wenn man sich die Auswirkungen des BGE einmal vor Augen führt, kann man zu dem
Schluss kommen, dass BGE-Befürworter die Weltherrschaft anstreben: Jeder Einzelne
wird in die Lage versetzt, seine Welt zu "beherrschen". Zu dieser Erkenntnis
komme ich, indem ich den "Welt-Begriff" so zu verstehen beginne, dass jeder
Einzelne in seiner eigenen, kleinen "Erfahrungswelt" lebt. Entsprechend sollte
auch jeder "Weltverbesserer" genau dort anfangen: in seiner "Welt".
So
ist z.B. ein nichtmonetäres Grundeinkommen sofort umsetzbar, indem jeder damit
beginnt, in seinem Umfeld, in seiner Familie, im Berufsleben und in der
Nachbarschaft für mehr Menschlichkeit, mehr Geduld, mehr Verständnis und mehr
Achtung vor dem Andersdenkenden zu sorgen. Wir sollten öfters Danke sagen, Hilfe
anbieten und die Situation anderer verstehen. Aber leider erwarten wir viel zu
oft Gegenleistungen für unser Tun, weil wir von etwas leben müssen. Doch dabei
vergessen wir, dass auch „Luft und Liebe“ zum Leben notwendig sind.
Mir
ist nur eine Ideologie bekannt, die eine solche "Weltherrschaft" anstrebt: Der
Anarchismus. Aber Anarchie bedeutet für viele Chaos und Rechtslosigkeit, weil
anderen Menschen aus der Sicht des Einzelnen nicht zugetraut wird, mit der
persönlichen Freiheit ("Weltherrschaft") umzugehen. Entsprechend verlangt man
Bevormundung und Kontrolle. Bisher bestimmt allerdings die Mehrheit, wer die
"Weltherrschaft" hat - und man nennt es "Demokratie"; ist es aber nicht die
Diktatur der Mehrheit, die den Einzelnen unterdrückt? Will das nicht auch der
Kommunismus mit seiner "Diktatur des Proletariats"?
Katja Kipping drückt
ihre Vorstellung einer "Weltherrschaft" ähnlich, wie ich aus: "Welche Instanz
hat das Recht zu entscheiden, welche Leistung der Gesellschaft nützt und wie
viel Geld sie wert ist? Welche Instanz hat das Recht zu entscheiden, welche
Lebensentwürfe es wert sind, unterstützt zu werden? Doch wohl zu aller erst
jeder Mensch für sich selbst. Freiheit in der Wahl des eigenen Lebensentwurfes
und das Recht auf Selbstbestimmung eines jeden Menschen bedürfen aber natürlich
einer materiellen Basis."
Jörg Drescher
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