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Auf Spiegel-Online gibt es ein Interview mit dem amerikanischen Linksintellektuellen Noam Chomsky über die Krise
des Kapitalismus, die Rhetorik Barack Obamas und die Rolle der Religion
in der US-Politik. Darin heißt es einerseits über den Konsum:
"Wenn Sie mir ein Auto verkaufen, dann haben wir beide womöglich ein
gutes Geschäft gemacht. Aber es gibt Auswirkungen dieses Geschäfts auf
andere, die wir nicht in unserer Rechnung berücksichtigen. Die
Umweltverschmutzung nimmt zu. Die Benzinpreise steigen. Es gibt mehr
Staus auf den Straßen. Das sind die externen Kosten unseres Geschäfts."
Dann andererseits:
"Aber ich würde dafür nicht den Einzelnen verantwortlich machen. Dieser
Konsumismus gründet darin, dass wir eine Gesellschaft sind, die von
Geschäftsinteressen dominiert wird. Es gibt eine massive Propaganda,
die jedermann zum Konsum anhält. Konsum ist gut für die Gewinne, und
Konsum ist gut für das politische Establishment."
Gegenfrage: "Was haben Politiker davon, wenn die Bürger viel Auto fahren, viel essen, viel einkaufen?"
Antwort: "Konsum lenkt die Menschen ab. Die eigene Gesellschaft lässt sich
schlecht mit der Armee kontrollieren, aber sie lässt sich durch Konsum
ablenken. Die Wirtschaftspresse ist da deutlich zielgerichtet gewesen."
Es erinnert an "Brot und Spiele", wobei das "Brot" durch Kredite und die "Spiele"durch Konsum ersetzt wurden. In wie weit das auf "konsumfinanzierte Modelle" wirkt, bleibt eine Frage an die Modellentwickler.
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