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Was wäre, wenn das Grundeinkommen käme?
Geschrieben von Matthias Dilthey    Bookmark and Share
Freitag, 19. 09 2008

Unter diesem Titel versucht sich die "Junge Welt" in Polemik:

"Mittlerweile veranstalten die Grundeinkommler Happenings, wie früher die Atombombengegner oder die Leute, die Außerirdischen begegnet sind. Nur an populären Gesängen mangelt es. Bis jetzt gibt es nur den öden Vers: »Damit wir auch was abbekommen / brauchen wir das Grundeinkommen.« Bald aber haben wir nicht nur einen Darmkrebsmonat der ARD, sondern wir feiern einen Sendeschwerpunkt Grundeinkommen, und in »Mein Mann, der Grundeinkommler« spielt Martina Gedeck eine Frau, die ihre amüsante Putzstelle aufgibt und sich auf Grundeinkommen umstellt, was ihr Mann, der Alkoholiker Robert Atzorn schon hinter sich hat. Außerdem gibt es im Kinderkanal Spielshows, die neugierig auf den »Beruf« des Grundeinkommlers machen.

... Das Grundeinkommen wird kommen. Denn es ist die einfache Lösung für das, was man früher den Widerspruch zwischen gesellschaftlich verausgabter Arbeit und privater Aneignung dieser Arbeit nannte. Es heilt die Achillesverse des Systems. Den ganzen Kladderadatsch ist der kapitalistische Staat dann los - Gewerkschaften und Tarifverträge, Sozialkassen, Renten- und Pensionskassen, Arbeitnehmermitbestimmung, Verantwortung für eine Bildung, die einigermaßen verwendbare Arbeitnehmer hervorbringt, Bereitstellung eines Gesundheitswesen, das die Arbeitsfähigkeit der Lohnabhängigen erhält usw. Das Grundeinkommen schafft die Revolution ein- für allemal ab.

Er beweist, daß mit einem Schlag sehr vielen Menschen die Arbeit genommen werden kann, ohne daß sie ein- und als Konsumenten verloren gehen. Er nötigt die Unternehmer, preiswerte Produkte guter Qualität auf den Markt zu werfen, sogar Autos, damit die Armen konsumieren können. Er sorgt dafür, daß nur aus Kapitalisten wieder Kapitalisten werden, denn an Hartz-IV-Empfänger werden keine Unternehmensgründerkredite ausgereicht."

Leider haben viele Linke (und nicht nur sie) lediglich zwei Ziele im Kopf: Die "Revolution" (oder deren Verhinderung) und die Menschen klein und gefügig zu halten.
Dass das BGE ein wichtiger, ja sogar unabdingbarer Baustein eines jovialen bzw. emanzipatorischen Sozialstaates ist, haben die Konservativen (damit ist sowohl Schwarz, als auch auch Rot angesprochen, jeder auf seine Weise) nicht erkannt.
Oder haben sie es am Ende sehrwohl erkannt, möchten aber um jeden Preis eine Gesellschaft vermeiden, die den Menschen die Freiheit gibt, "NEIN" sagen zu können?


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