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Ist unsere Gesellschaft gerecht? - Nein
Geschrieben von Jörg Drescher    Bookmark and Share
Sonntag, 3. 08 2008

Auf Stern.de gibt es ein Interview mit Olaf Scholz, in dem er auf die Frage, ob unsere Gesellschaft gerecht sei, mit einem klaren "Nein" antwortet.

Liest man das Interview unter dem Aspekt eines Grundeinkommens, liefert Herr Scholz mehrere Argumente, die für ein Grundeinkommen sprechen - zuletzt den Mindestlohn, den man auch als Grundeinkommen verstehen könnte. Schließlich arbeitet jeder und trägt mit zum volkswirtschaftlichen Gesamtvermögen bei. Klarer ausgedrückt: jeder Konsument schafft in einer arbeitsteiligen Gesellschaft Arbeit, da er sich nicht (mehr) allein versorgen kann. Somit ist "Konsum" auch eine Form von Arbeit.

Wichtige Aussagen von Herrn Scholz, die man "pro Grundeinkommen" auslegen kann:

"Die Neoliberalen und die Linksaußen tun gleichermaßen so, als würden die Menschen, wenn es um Arbeit geht, nur aufs Geld schauen. Sie gehen jedoch arbeiten, weil sie das für selbstverständlich halten."

"Wir müssen dafür sorgen, dass sich jeder aktiv um Arbeit bemüht und bemühen kann."

"An der Erwerbsarbeit hängen Identität, Selbstachtung, Zugehörigkeitsgefühl. Ich habe neulich wieder Max Webers Buch "Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus" gelesen. Darin begründet er das Ethos unserer Arbeitskultur: Viele tun ihre Arbeit auch um ihrer selbst willen."

"Der wirtschaftliche Aufschwung der letzten Jahre ist bei vielen im Portemonnaie nicht angekommen. Und nicht jeder, der sozial aufsteigen will, schafft das auch."

Natürlich spricht Herr Scholz in dem Interview an anderen Stellen argumentativ stark gegen ein Grundeinkommen, da er die Ursachen für die sozial- und arbeitspolitischen Probleme auf das Fehlen eines Mindestlohns und auf mangelnde Bildung schiebt. Jeremy Rifkin sprach in einem anderen Interview vor Jahren davon, dass Politiker immer wieder solche Argumente vorbringen würden, um sich über die Realität hinwegzutäuschen.

Interview auf Stern.de

Interview mit Jeremy Rifkin (vom 29.04.2005)

 




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