BGE-Portal - Radiosendung vom 31.05.08 im Stadtradio Göttingen

Login


Benutzername

Passwort

Angemeldet bleiben
Passwort vergessen?

Noch kein Benutzerkonto?
Registrieren

Nachrichten arrow Nachrichten arrow Radiosendung vom 31.05.08 im Stadtradio Göttingen
Radiosendung vom 31.05.08 im Stadtradio Göttingen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Gisela Brunken    Bookmark and Share
Samstag, 14. 06 2008

Gespräch von Dr. Dieter Porth und Mitgliedern vom Arbeitskreis Grundeinkommen Göttingen

Mit einem Hinweis auf die Gegenposition zum Bedingungslosen Grundeinkommen leitete Dr. Dieter Porth die Sendung ein. Er zitierte einen Kommentar vom 30.05.08 mit dem Titel „Professoren befürworten Zwangsarbeit“ zu einem Gutachten des wissenschaftlichen Beirats vom Finanzministerium aus der Internetzeitung „Bürgerstimmen“:

„Letztendlich fordert der wissenschaftliche Beirat, dass einem Erwerbslosen staatliche Gelder empfindlich dann gekürzt werden sollten, wenn dieser Erwerbslose eine Arbeitsgelegenheit ablehnt. Dem bedingungslosen Grundeinkommen und ähnlichen Modellen erteilten die Wissenschaftler eine Absage. Einen Hinweis auf mögliche Konflikte ihrer Empfehlungen mit dem Grundgesetz gaben die Wissenschaftler nicht.“

Die Mitglieder vom Arbeitskreis Gisela Brunken und Christine Büttner zeichneten im Kontrast dazu das Menschenbild des bedingungslosen Grundeinkommens, welches die im Grundgesetz beschriebenen Grundrechte stützt:

Wer sich für ein Bedingungsloses Grundeinkommen einsetzt, hat ein positives Menschenbild und traut den Menschen zu, sich aus freier Entscheidung mit den eigenen Fähigkeiten einzubringen.

Ein bedingungslos gewährtes Einkommen, das ausreicht, um davon zu leben, würde es vielen Menschen überhaupt erst ermöglichen, herauszufinden, wo die eigenen Stärken liegen. Sie würden nicht davon abgehalten, sondern ermutigt werden, zu entdecken, wofür sie eine Leidenschaft entwickeln können und könnten dieses zu ihrem Lebensmittelpunkt machen. Die Menschen könnten sich entfalten und den Platz in der Gesellschaft einnehmen, an dem sie sich am besten einbringen. Eine wichtige Vorraussetzung hierfür sei die Freiheit von Angst. Auch Mütter könnten sich so lange um ihre Kinder kümmern, wie die Kinder es bräuchten. So könnten alle das tun, was für sie selbst gut wäre und auch für die anderen besser wäre. Viele würden wohl auch weniger den Mund halten, wo es angebracht wäre, etwas zu sagen, oder gar zu protestieren. So wäre auch das Grundeinkommen eine Vorraussetzung für mündige Bürgerschaft.

Die Schlussfolgerung von Dr. Dieter Porth, dass demnach ein Staat in Freiheit viel eher zu Wohlstand käme als mit einer Zwangsherrschaft, wurde durch Christine Büttners Ausführungen ausdrücklich bekräftigt:

Sie verglich mit dem heutigen Zustand: Wer sich aus dem versorgt sein durch HartzVI heraus einige Stunden Arbeit sucht oder etwa als freischaffender Künstler Geld verdient, dem werden sofort die Leistungen gekürzt. Das wird von den Betroffenen wie eine Strafe empfunden. Die Menschen bewegen sich in einer unwürdigen Situation, sie werden beobachtet, müssen sich rechtfertigen und werden dadurch unfrei.

Wenn z.B. ein Kind ein Musikinstrument lernen möchte und die Mutter, die von HartzVI lebt, das Geld dafür mit einer Putzstelle verdienen möchte, so darf sie das erarbeitete Geld nicht für den Musikunterricht ihres Kindes ausgeben, denn es wird ihr größtenteils wieder vom Regelsatz abgezogen.

Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen würden die meisten, die jetzt in der Untätigkeit verharren und denen nicht zugetraut wird, ihr Leben in den Griff zu bekommen, nach Christine Büttners Überzeugung ihr Leben wieder toll geregelt bekommen, wenn sie wissen, dass sie etwas von ihrer Arbeit haben, und sei es den Musikunterricht für das eigene Kind. Der riesige Unterschied, der mit dem bedingungslosen Grundeinkommen entstünde, sei, dass man sich auf der Basis dieses Einkommens frei entfalten dürfe, in Würde studieren, in Würde arbeiten könne.

Das bedingungslose Grundeinkommen gäbe vor allem diesen enormen Zuwachs an Würde und werde ein Wachsen an Ideen und ein Blühen bewirken, dass wir uns alle wundern würden. Ein Riesenpotential an Findigkeit, an Ideenreichtum werde sich entfalten, so Christine Büttner, die sich abschließend für ein Grundrecht auf materielle Versorgung für alle Menschen aussprach:

„Wir haben ein garantiertes Recht auf Menschenwürde. Dieses Recht wird, zumindest bei einem Teil der Bevölkerung, massiv verletzt. Wenn das bedingungslose Grundeinkommen eingeführt wird, dann wird dieses Recht endlich wieder hergestellt.“

Bericht von Gisela Brunken




Artikel kommentieren
RSS Kommentare
 
< zurück   weiter >