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BGE - eine wirkliche Aktion gegen Rechts PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Christopher Bodirsky    Bookmark and Share
Dienstag, 13. 05 2008

In der politischen Diskussion wird ein Bedingungsloses Grundeinkommen gerne als eine Antwort auf die Arbeitslosigkeit gesehen – mehr nicht. Und nachdem aktuell ja die offizielle Zahl der Arbeitslosen permanent sinkt – brauchen wir wirklich ein BGE?

Ein BGE würde unsere Gesellschaft grundlegend verändern, da das Menschenbild dahinter ein ganz anderes ist.

Wer heute Arbeitslos ist, erlebt „seinen“ Staat von einer schrecklichen, absurden und menschenverachtenden Seite. Vieles ist unlogisch und unmenschlich, wird aber exekutiert, denn es ist ja „Gesetz“. Die private Altersversorgung muss gekündigt werden, auch wenn das ein großer Verlust darstellt (die Versicherungen freuen sich) und man im Alter dadurch zum Sozialfall wird. Man wird gegängelt, überwacht, geprüft – und immer wird einem unterstellt, man wolle nur unrechtmäßig eine Leistung beziehen.

Es wird wichtig, ob zwei Zahnbürsten in einem Glas stehen, oder jede Zahnbürste in einem eigenen Glas – von wegen „Bedarfsgemeinschaft“ und so.

Mal muss man monatlich 10 (sinnlose und kostspielige) Bewerbungen nachweisen um zu demonstrieren, dass man wirklich arbeiten will.

Wer „seinen“ Staat ausschließlich repressiv erlebt, wer sich als „wie der letzte Dreck“ behandelt vorkommt, wer den Staat generell als ungerecht erlebt, wird diesen Staat nicht verteidigen – warum auch? Hier wird eine Staatsverdrossenheit regelrecht herangezüchtet, und wenn ein neuer Rattenfänger kommt, und wieder viele Menschen „einfachen Wahrheiten“ hinterher rennen – wer kann es ihnen verdenken?

WENN man wirklich etwas gegen „Rechts“, und für unseren Staat und unsere Gemeinschaft tun will – ein BGE wäre etwas, was wirklich helfen würde. Wer seinen Staat als unterstützend erlebt, sich nicht als „2. Klasse“ abgestempelt fühlt, leistet rechten Rattenfängern erheblich mehr Widerstand, denn einerseits ist er wesentlich zufriedener mit „seinem“ Staat, und er hat etwas zu verlieren.

Es ist zu befürchten, dass unsere Kinder nicht fragen werden „an wie vielen Lichterketten habt ihr mitgemacht“, sondern „was habt ihr WIRKLICH getan, um eine politische Katastrophe zu verhindern?“

 

 
Diskutiere (5 Beitrag)
MatthiasDilthey
Aw: BGE - eine wirkliche Aktion gegen Rechts
Feb 11 2009 16:50:22
Hallo Thomas,

folgendes als Nachtrag:
Mit Datum vom 09.02.2009, 17.58 Uhr erreichte mich folgender RSS-Feed:

Neues Zukunftsjournal befasst sich mit dem Grundeinkommen
Datum: Montag, 9. Februar 2009 17:58

Seit dem 21. Januar 2009 steht das Journal Smi2le als PDF zum Download bereit. Es wurde in Kiew als deutsch-ukrainische Koproduktion konzipiert und in vier Sprachen veröffentlicht.
Das Thema Grundeinkommen nimmt in der ersten Ausgabe breiten Raum ein. Unter anderem finden sich Beiträge von R.A. Wilson, Daniel Häni/Enno Schmidt, Götz W. Werner/Ludwig Paul Häußner sowie Interviews mit Nasip Khamitov und mit dem Macher des Journals, Jörg Drescher.
In einer Presseerklärung gibt Jörg Drescher weitere Ziele des Projektes bekannt. Als Ausgangsidee habe laut Drescher ein Zitat von Antoine de Saint-Exupéry gedient: „Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.“
Ein realistisches Menschenbild müsse allerdings davon ausgehen, so Drescher, dass nicht jeder über ausreichend große Vorstellungskraft verfüge, um einen Blick in die Zukunft zu werfen und sich auszumalen, wie eine bessere Welt von morgen aussehen könne. Aus diesem Grund ziele das Journal darauf ab, Visionen anzubieten, um Lust auf die Zukunft und die notwendigen Änderungen zu machen.
Indem er Götz Werners Slogan „Unternimm die Zukunft“ aufgreift, macht Drescher deutlich, dass sich sein neues Journal an Menschen wendet, die in der Zukunft mehr sehen als ein unabänderliches Schicksal, dem man sich „Nostradamus lesend“ fatalistisch ergeben muss. Vielmehr seien wir alle Unternehmer der Zukunft und daher mit den Fragen konfrontiert, die Bundespräsident Horst Köhler bei der Konferenz „Demographischer Wandel“ in Berlin am 06.12.2005 formulierte:
„Wie stellen wir uns die Zukunft unseres Landes in zwanzig oder auch in fünfzig Jahren eigentlich vor? Wie werden wir leben, wie wollen wir leben? Wollen wir vor allem auf die Selbststeuerungskräfte der Gesellschaft vertrauen – oder wollen wir versuchen, Weichen neu zu stellen? Und welche Optionen stehen uns dafür offen?“
Vollständiger Text

Fluchs wurde der Text auf der Netzwerk-HP wieder entfernt. Klickt man auf den Link, erhält man an Stelle des kompletten Textes folgende Fehlermeldung:

"Entweder die Seite oder Kategorie existiert nicht (mehr) oder Sie haben nicht die notwendigen Berechtigungen, sich diese Seite anzusehen.
Ggf. müssen Sie sich anmelden."
#28
MatthiasDilthey
Aw: BGE - eine wirkliche Aktion gegen Rechts
Feb 11 2009 15:18:36
Hallo Thomas,

was beim Netzwerk Grundeinkommen wirklich passiert?
Ich bin eines der ersten nicht-Gründungsmitglieder und habe, so glaube ich jedenfalls, einen recht guten Einblick. Letztendlich, so mein subjektiver Eindruck, geht es einigen der Führungsleute im Netzwerk weniger um das BGE, sondern um Macht und Einfluss. Manchen geht es auch ganz klar um "Unterwanderung" der GE-Bewegung. So hatte das NWG eine ganz klare Ausrichtung an der PDS, jetzt an attac.
Wer glaubt, dass eine Diskussion, so wie wir sie gerade führen, innerhalb des Netzwerks möglich wäre, der irrt.
Um z.B. diesen Kommentar freigeschaltet zu bekommen, bedurfte es mehrfachem Schriftwechsel.

Ganz ohne Verband oder Organisationsstruktur werden wir das BGE, und damit meine ich weder ein linkes, noch ein neoliberales, sondern ein emanzipatorisches, schwerlich durchsetzen können.

Manchmal bedarf es guter Kenntnisse, die Stärken und Schwächen eines BGE-Modells aufzuzeigen oder auch nur rein adminisitrative Hilfe: z.B. was muß eine Initiative beachten, um einen Info-Tisch in der Fußgängerzone aufzustellen?
Um solche oder ähnliche Fragen beantworten zu können, bedarf es einfach eines neutralen Verbandes.

Das BGE-Portal ist entstanden, weil sich das Netzwerk Grundeinkommen nachhaltig geweigert hat, freie, demokratische und emanzipatorische Strukturen zu schaffen. Weil das NWG kaum Beratungs- und Unterstützungsmaßnahmen bietet ...
#27
Thomas
Aw: BGE - eine wirkliche Aktion gegen Rechts
Feb 11 2009 08:12:51
MatthiasDilthey schrieb:
QUOTE:

Das Mittel der Ausgrenzung, Verleumdung und Mundtot-Mache ist beim "Netzwerk Grundeinkommen" an der Tagesordnung; dennoch ist das NWG weit von einer radikalen Organisation (im Sinne von körperlicher Gewalt) entfernt.

Hallo Matthias

Das Netzwerk wirbt für die Mitgliedschaft, weil sich dort
Grundeinkommens-Interessierte treffen. Aber was passiert da wirklich?
Bei unserer Gruppe meldete sich ein Parteienvertreter, man wolle einen
Zweig des Netzwerks in unserer Stadt gründen, ob wir da mitmachen wollen.
Schon allein erstaunlich war, dass ein Parteienvertreter sich meldete.
Sind doch alle Parteien gegen das BG! Auf den Seiten des
Abgeordneten konnte man dann lesen, er werde sich auch weiterhin
bemühen, fürs Grundeinkommen einzutreten. Echt süß.

Meiner Meinung nach hat das Netzwerk die Funktion eines großen Trichters. Wer sich für das
Grundeinkommen interessiert und dort mitmacht, findet sich letztlich
wieder in den alten Organisationen, Parteien, Verbänden, die es schon
vor der Grundeinkommensdiskussion gab, und für die die BG-Thematik nur
eine unter vielen ist. Der Grundeinkommens-Neuling ist gefangen in den
Organisationsstrukturen der alten Nomenklatura. - Und genau so sollte es
nicht laufen. In den Initiativen vor Ort sollte theoretisch gearbeitet werde, und der Kontakt zur Bevölkerung ist wichtig.

Wozu also sich vernetzen? Man muß ja erstmal sehen, um was es geht. Es geht um das Ziel: Die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens. Und was diesem Ziel nützt und innerhalb einer Vernetzung besser zu erreichen wäre, sollte man angehen. An dem starken Interesse an der Petition, sieht man was wirkt. Ich denke, es sollten große Demonstrationen für das "Bedingungslose Grundeinkommen" organisiert werden, halbjährlich. Dafür wäre eine Vernetzung sinnvoll. Da kann es schon genügen, die Adressen der verschiedenen Grundeinkommens-Initiativen zu haben, um loszulegen.


Gruss
#26
MatthiasDilthey
Aw: BGE - eine wirkliche Aktion gegen Rechts
Feb 11 2009 03:25:50
Thomas schrieb:
QUOTE:
In diesem Thema wird dieser Beitrag diskutiert: BGE - eine wirkliche Aktion gegen Rechts

Das Schlimme ist ja, dass es neben den "rechten Rattenfängern" auch linke gibt!

Es gibt kein Beispiel, wo nicht sogenannte "linke" Gesellschaftsordnungen zu totalitären und diktatorischen Verhältnissen geführt haben. :(

Ein starres Schwarz/Weißbild von der Welt, scheinbar einfache und meist radikale Lösungen, schnell Schuldige für die Misere gefunden, hohe Gewaltbereitschaft ...

Das kennt man doch von linken Weltverbesserern genauso wie von rechten! :blink:


Hallo Thomas,

das Problem der Radikalität und der damit verbundenen Gewaltbereitschaft ist nicht nur ein Problem der rechten und linken "Ränder". Nein, auch mitten in unserer Bürgerlichen Gesellschaft wird mit überaus radikalen Mitteln gehandelt. Entsinnst Du Dich noch der CSU-"Rebellin von Fürth" (Gabriele Pauli), die Stoiber stürzte? Als sie bei einem Redebeitrag den "Nerv der Partei" traf, wurde ihr einfach das Mikrophon abgedreht.

Das Mittel der Ausgrenzung, Verleumdung und Mundtot-Mache ist beim "Netzwerk Grundeinkommen" an der Tagesordnung; dennoch ist das NWG weit von einer radikalen Organisation (im Sinne von körperlicher Gewalt) entfernt.

Dennoch sei mir die Frage erlaubt, ob ein "paar Ohrwatschen" für den Betroffenen nicht einfacher und besser "verdaulich" sind (als Erlanger, Mittelfranken, darf ich so reden), als das auf psychische Gewalt setzende Mittel?

Ich trete für eine Selbstbeschränkung der handelnden Akteure ein, sowohl bei physischer als auch bei psychischer Gewalt.
Aus der Definition zum "Emanzipatorischen Sozialstaat":
Der Staat hat die Aufgabe, die Gesellschaft hin zu einem solidarischen Verhalten zu ändern. Es ist Kernaufgabe des Staates, den Bürgern die Möglichkeit zur aktiven und passiven Teilhabe einzuräumen, [...] und die freie Selbstentfaltung des Individuums gewährleistet wird.

So beenden wir Gewalt in jeglicher Form, denn ein solidarisches Verhalten kann nie auf Kosten anderer gehen ...
#25
Thomas
BGE - eine wirkliche Aktion gegen Rechts
Feb 10 2009 08:26:55
In diesem Thema wird dieser Beitrag diskutiert: BGE - eine wirkliche Aktion gegen Rechts

Das Schlimme ist ja, dass es neben den "rechten Rattenfängern" auch linke gibt!

Es gibt kein Beispiel, wo nicht sogenannte "linke" Gesellschaftsordnungen zu totalitären und diktatorischen Verhältnissen geführt haben.

Ein starres Schwarz/Weißbild von der Welt, scheinbar einfache und meist radikale Lösungen, schnell Schuldige für die Misere gefunden, hohe Gewaltbereitschaft ...

Das kennt man doch von linken Weltverbesserern genauso wie von rechten!
#24

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